Japan
Fukushima-Betreiber zeigt neue Bilder aus Reaktor der Atomanlage

Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat neue Bilder von den Trümmern eines der drei schwer beschädigten Reaktoren veröffentlicht.

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Die Lokalisierung der atomaren Überreste, die vermutlich noch heute strahlen, ist wichtig für die Dekontaminierung der Atomanlage.

Die Lokalisierung der atomaren Überreste, die vermutlich noch heute strahlen, ist wichtig für die Dekontaminierung der Atomanlage.

KEYSTONE/AP

Wie ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco mitteilte, nahm eine an einem Roboter befestigte Spezialkamera die Bilder am Freitag auf.

Darauf sind am Boden des Reaktors Nummer zwei Bruchstücke von Metall und Teile eines Treibstoffbehälters sowie mögliche Ablagerungen von geschmolzenem atomaren Brennstoff zu sehen. Im vergangenen Jahr hatte Tepco im Reaktor Nummer drei mittels Roboterbildern ebenfalls womöglich geschmolzenen Kernbrennstoff entdeckt.

Die Lokalisierung der atomaren Überreste, die vermutlich noch heute strahlen, ist wichtig für die Dekontaminierung und Entsorgung der gesamten Atomanlage. Diese dürfte sich noch über Jahrzehnte hinziehen. Ein Tepco-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Firma plane den Beginn der Aufräumarbeiten für 2021.

In Fukushima ereignete sich nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami vom März 2011 das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986. Weil das Kühlsystem ausfiel, kam es in drei der sechs Reaktoren zur Kernschmelze.

Das Gebiet in einem weiten Umkreis wurde radioaktiv verseucht und ist seither unbewohnbar. Mehr als 18'000 Menschen kamen durch die Natur- und Atomkatastrophe ums Leben.

Weitere Bilder aus Fukushima:

Masami Yoshizawa ist Bauer und und Anti-Atom-Aktivist. Seine "Ranch of Hope" liegt 14 Kilometer vom zerstörten Atomkraftwerk Fukushima entfernt in Odaka. Er hält dem Druck der Regierung trotzig stand, die sein verstrahltes Vieh töten will. Die rote Boje symbolisiert eine Bombe, auf der steht, dass Tokio 2020 von einem grossen Erdbeben heimgesucht wird.
21 Bilder
Yoshizawa verdient mit den Tieren kein Geld, verkaufen kann er ihr Fleisch nicht. Er sagt: "Das sind lebende Tiere, wie Menschen, und haben das Recht zu leben." Yoshizawa lebt von Spenden.
Auch Takashi Mizugai ist Bauer. Er wohnt 18 Kilometer vom zerstörten AKW entfernt. Er pflanzt auf seinen Feldern Jute an. Reis oder Gemüse, das so nahe am Unglücksort wächst, lässt sich nicht verkaufen.
Nach dem Unglück erklärten die japanischen Behörden eine 20-Kilometer-Zone um Fukushima zum Sperrgebiet. Gewisse Bewohner durften ab April 2014 in die Gegend zurückkehren. Mizugai kam 2016 zurück.
Allerdings füllten sich nur 20 Prozent der 3487 Haushalte wieder mit Leben, wie japanische Medien berichten. Im Bild: eine Radioaktivitätsanzeige.
Auch das gibt es in Odaka – eine AirBnB-Unterkunft. Karin Taira betreibt sie. Sie will die lokale Tourismusindustrie wieder in Schwung bringen.
In einer Stadt zwölf Kilometer von Fukushima halten Bauern etwa 200 Kühe, gegen den Willen der Regierung. Sie sind Teil eines Forschungsprojekts.
Ein Forscher untersucht eine Kuh, die im kontaminierten Sperrgebiet um die zerstörten Reaktoren lebt.
Sicherheitskräfte kontrollieren, wer in die 20-Kilometer-Zone einfährt.
Neben der Strasse liegen Säcke voller radioaktiv kontaminierter Erde.
Das Ausmass der Zerstörung war gigantisch, als der Tsunami am 11. März 2011 über Japans Küste hereinbrach.
Dieses Foto hat eine Drohne anderthalb Wochen nach der Katastrophe geschossen. Es zeigt die zerstörten Teile Fukushima Daiichis.
In diesem Zustand will man ein AKW eigentlich nicht sehen.
Der Tsunami tötete etwa 18'500 Menschen. Weitere 700 bis 1300 Menschen, schätzen Forscher in einer Studie, starben an Krebs, hervorgerufen durch die ausgetretene Radioaktivität. Diese Zahl kann aber noch steigen.
Yasunori Ohata pflegt seine Bonsai-Bäume 16 Kilometer von Fukushima entfernt. Auch der pensionierte Bauer hat sich mittlerweile entschieden, zurückzukehren.
Von den Zurückgekehrten sind viele ältere Bauern, so wie Yasuhiro Sasaki (69) und seine Frau Junko (68). Sie haben ihr Haus neu renoviert.
Sasaki spielt Gitarre für seine Mutter Fuse (89). "Die Gitarre gibt mir etwas zu tun, jetzt, da ich nicht mehr auf den kontaminierten Feldern arbeiten kann", sagt Sasaki.
Frau Junko vertreibt sich die Zeit mit Kalligraphie.
Derweil dauern die Reparaturarbeiten in der zerstörten Reaktoranlage an.
Gut geschützte Arbeiter flicken den vom Tsunami beschädigten Reaktor Fukushima Daichi.
Im Februar 2017 durften Journalisten auf dem Gelände mit den Arbeitern sprechen.

Masami Yoshizawa ist Bauer und und Anti-Atom-Aktivist. Seine "Ranch of Hope" liegt 14 Kilometer vom zerstörten Atomkraftwerk Fukushima entfernt in Odaka. Er hält dem Druck der Regierung trotzig stand, die sein verstrahltes Vieh töten will. Die rote Boje symbolisiert eine Bombe, auf der steht, dass Tokio 2020 von einem grossen Erdbeben heimgesucht wird.

epa