Technologie-Innovationen

Für ABB wird die Software für die Steuerung von Anlagen immer wichtiger

ABB-Logo (Archiv)

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Computer steuern zunehmend das Licht, die Klimaanlagen und die Lüftungen von Gebäuden. ABB verstärkt sich durch eine französische Softwarefirma, mit der sich Beleuchtung und Belüftung untereinander verbinden lassen.

ABB hat am Dienstag bekannt gegeben, dass das Unternehmen die französische Softwarefirma Newron System S.A. übernommen hat. Ziel der Transaktion sei es, die Marktpräsenz von ABB im Bereich Gebäudeautomation auszubauen und das Angebot für Vertriebspartner in diesem Sektor zu erweitern. Über die Bedingungen der Übernahme haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Analysten schätzen die Kosten auf einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag. Auch der Umsatzzuwachs fällt für den Konzern kaum ins Gewicht. Die Folgen dieser Übernahme lassen sich derzeit noch nicht an den Zahlen festmachen. Die Übernahme zeigt laut Analysten, in welche Richtung sich die Technologie im Bereich der Gebäudeautomation bewegt.

Software steuert (auch) Häuser

Newron Systemmit Sitz in Toulouse erwirtschaftet laut einer Mitteilung von ABB einen Jahresumsatz von weniger als 10 Millionen US-Dollar und entwickelt und vertreibt Software für Gebäudeautomationslösungen. Mithilfe der Software können Anwendungen wie etwa Jalousiesteuerungen oder Beleuchtungen miteinander kommunizieren und zentral verwaltet werden.

Die Übernahme unterstütze die Expansionsstrategie von ABB auf dem wachsenden Markt für Gebäudeautomation. Die Software von Newron System ergänze das Produktportfolio von ABB und versetzt ABB in die Lage, ihren Vertriebspartnern flexible Automationslösungen anzubieten. Newron wird in die Division Niederspannungsprodukte von ABB eingegliedert.

Auch vor Hackern geschützt

«Der Softwareanteil nimmt eine immer grössere Rolle in der Gebäudeautomation ein», sagt Jürgen Högener,, Leiter der ABB Tochter Busch-Jaeger auf die Frage nach der Bedeutung von Software für die Gebäudeautomation. Diese ABB-Tochter ist auf Gebäudeautomation spezialisiert. «Hierbei ist zwischen dem Engineering, der Visualisierung und dem Mappen zwischen verschiedenen Feldbussytemen zu unterscheiden», erklärt Högener weiter. Die Visualisierung diene dazu, dynamische Prozesse in einem Gebäude zu überwachen, den aktuellen Status darzustellen und gegebenenfalls entsprechend eingreifen zu können.

Es kommen als Plattformen für die Software sowohl Server basierende Systeme zum Einsatz, wie auch dezentralisierte Systeme. Das ist laut Högener abhängig vom Projekt und den verwendeten Feldbussystemen, «Generell kann jede Software gehackt werden, sofern ein Zugang zum System besteht», sagt Högener auf die Frage nach dem Schutz vor Hackern. «Die Systeme sind aber mit State of the Art Sicherheitssystemen geschützt.»

Software wird zunehmend auch mit weiteren Systemen verbunden, die ihrerseits durch Software gesteuert werden. «Das ist heute bereits Realität und muss nicht unmittelbar mit der übergreifenden Gebäudeautomationssoftware verbunden sein», erklärt Högener. «So lassen sich beispielsweise durch Verwendung von Gebäudeautomation erhebliche Einsparpotentiale in allen Bereichen Heizung, Klima, Lüftung oder Beleuchtung realisieren.»

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