Konzentrierung

Fünf Filialen gehen zu, es kommt zu Entlassungen: Skihersteller Stöckli gibt Sommergeschäft auf

Der Schweizer Skihersteller Stöckli konzentriert sich aufs Wintergeschäft.

Der Schweizer Skihersteller Stöckli konzentriert sich aufs Wintergeschäft.

Der Skihersteller aus Malters verkauft künftig keine Velos mehr. Auch deshalb kommt es zu Filialschliessungen und Entlassungen.

Der letzte grosse Schweizer Skihersteller, die Stöckli Swiss Sports AG mit Hauptsitz in Malters, will sich zukünftig voll und ganz auf das Wintergeschäft konzentrieren. Im Zuge einer Umstrukturierung werden nun auch Filialen geschlossen und Stellen gestrichen.

Die Pläne hätten schon länger bestanden, seien jetzt aber durch die Coronakrise und damit unter anderem durch das Ausbleiben des Winterschlussverkaufs beschleunigt worden, bestätigt Stöckli-CEO Marc Gläser entsprechende Informationen unserer Zeitung. Im Flachland wird es künftig nur noch vier der bisher neun Stöckli-Filialen geben. Diese Filialen werden geschlossen:

Onlineshop kommt Ende Mai

Pläne für die Schliessung der Filiale Wolhusen waren bereits bekannt, die Schliessung hätte aber erst 2022 erfolgen sollen. Hintergrund ist hier die Verlegung des Hauptsitzes von Wolhusen an den Produktionsstandort in Malters. Dort will Stöckli bis 2022 stattdessen einen Manufakturladen eröffnen. An diesen Plänen wird gemäss Gläser trotz der Reduktion des Filialnetzes festgehalten. Wegen der Coronakrise sei nun aber die Schliessung in Wolhusen vorgezogen worden. Nach der Schliessung der Filialen werden im Flachland diese vier Filialen sowie vier Miet- und Servicecenter weiterbestehen:

«Der Onlinehandel wird immer wichtiger. Wir werden das Flachland deshalb zusätzlich zu den verbleibenden Filialen mit unserem neuen Onlineshop abdecken», führt Gläser aus. Dass die Firma einen Onlineshop plant, war schon länger bekannt, aufgeschaltet werden soll er jetzt für die Schweiz und Deutschland am 25. Mai. Also fünf Tage, bevor die ersten Filialen geschlossen werden. Eine Expansion des Onlineshops in weitere Länder sei geplant.

Fehlende Profitabilität im Einzelhandel

Als Grund für die Umstrukturierung nennt Gläser fehlende Profitabilität im eigenen Retailgeschäft und in diesem Kontext eine Fokussierungsstrategie auf das Skigeschäft. Gläser sagt:

Stöckli-CEO Marc Gläser in der Ski-Manufaktur in Malters.

Stöckli-CEO Marc Gläser in der Ski-Manufaktur in Malters.

Künftig sollen also nur noch Wintersportartikel verkauft werden, das heisst, dass Velos und Velozubehör aus allen Stöckli-Filialen verschwinden. Wie das Unternehmen bestätigt, sollen Lagerbestände der Marken Flyer, BMC und BiXS nun konsequent abverkauft werden.

Bereits vor drei Jahren hatte die Firma die Produktion eigener Velos aufgegeben – «um sich voll und ganz auf das Skigeschäft zu konzentrieren», wie es damals hiess. Bikes anderer Marken verkaufte Stöckli aber weiterhin. Der Fahrradmarkt habe sich in den letzten Jahren aber schnell entwickelt, vor allem im Bereich der E-Bikes, so Gläser. So seien viele neue Modelle aber auch Händler dazugekommen, was den Margendruck stark erhöht habe. Um ein profitables Geschäft zu betreiben, sei deshalb ein grosses Volumen an Bikes nötig, was nicht zu den Plänen des Unternehmens gepasst habe.

Gläser fügt an, dass Stöckli «dank dem geschärften Fokus auf den Skisport auch zukünftig mit seinen Filialen und Dienstleistungen der Ski-Fachhandelsspezialist in der Schweiz bleiben will». Ebenfalls sehe das Unternehmen dadurch weitere Chancen, den internationalen Vertrieb zusätzlich voranzutreiben und den Produktionsstandort Malters mit der Skimanufaktur weiter zu stärken.

25 Angestellte vom Umbau betroffen

Von der geplanten Schliessung der Filialen und der Einstellung des Bike-Verkaufs und der Bike-Reparatur sind rund 25 festangestellte Mitarbeiter betroffen, darunter acht Velomechaniker. Letztere könnten nicht mehr weiterbeschäftigt werden. Gerade Velomechaniker seien aber auf dem Markt sehr gefragt, so CEO Marc Gläser. Für die anderen Mitarbeiter würden Lösungen gesucht. Auch deshalb seien die Mitarbeiter in den Filialen Kloten und Wolhusen, die erst nächstes Jahr schliessen, bereits elf Monate vor der Schliessung informiert worden.

«Ich bin froh, dass wir mit diversen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits gute Anschlusslösungen finden konnten und ich bin überzeugt, dass es nebst den Velomechanikern nur zu vereinzelten Kündigungen kommen wird», so Gläser. Er rechne schlussendlich nicht mit mehr als zwei bis drei Kündigungen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund zweihundert Angestellte, hundert davon am Hauptsitz und der Manufaktur in Malters. Hier ein Einblick:

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