Jetzt ist es definitiv: Nathalie Wappler ist neue Direktorin des SRF.

1. Ihre Herkunft

Die 50-jährige Nathalie Wappler ist in Kreuzlingen TG aufgewachsen und hat in Konstanz Geschichte und Germanistik studiert.

Sie wechselt vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zum SRF. In der ostdeutschen Provinz leitet sie seit Ende 2016 als MDR-Programmdirektorin den deutschen Regionalsender. Eine ihrer Hauptaufgaben war, die Redaktionen der Sparten Radio, Fernsehen und Internet zusammenzuführen. Dort konnte sie von den Erfahrungen profitieren, die sie bei ihrem letzten Job gemacht hatte.

2. Ihre SRF-Vergangenheit

Zauberwort Konvergenz: Als SRF-Kulturchefin führte Wappler 2016 bei SRF die Kulturredaktionen von Online, Radio und TV zusammen. Ihre SRF-Karriere hatte sie 2005 beim «Kulturplatz» gestartet. 2008 wechselte sie dann zur Sendung «Sternstunde». Dort holte sie auch den späteren SRG-Direktor Roger de Weck an Bord, 2011 übernahm sie das Ressort Kultur des SRF mit 350 Mitarbeitenden. Unter ihrer Führung wurde Basel zum Hauptsitz der Redaktion. «Wir schielen nicht auf Quote», sagte sie damals zur WOZ.

Das SRF hatte bereits damals grosse Pläne mit der Kaderfrau: Sie liess Wappler 2013 eine Managementausbildung an der Stanford University in Kalifornien absolvieren. 

Wappler ist SRF-Direktorin: «Darauf hatte ich Lust und darauf freue ich mich»

Wappler ist SRF-Direktorin: «Darauf hatte ich Lust und darauf freue ich mich»

  

3. Der «Tatort»-Skandal

Als SRF-Kulturchefin geriet Wappler, die als unsentimentale Macherin gilt, 2011 in die Schlagzeilen. Sie schoss damals eine Folge des Schweizer «Tatorts» mit «CSI»-Star Sofia Milos und Stefan Gubser ab, welche zu viele «plumpe Schweizer Klischees» enthielt und nicht mit einer tollen Story glänzte.

Darauf verkrachte sie sich mit Regisseur Markus Imboden und feuerte Peter Studhalter als Chef der Sparte Fernsehfilme. Dabei hatte dieser geschafft, das SRF wieder in den Tatort-Verbund einzugliedern. Ebenso war der «Bestatter» Studhalters Baby.  

4. Ihr Ruf

Wappler gibt sich nach aussen als sanfte, intellektuelle und freundlich lächelnde Abteilungsleiterin. Sie setzte ihre Vorhaben aber teils gegen massive Widerstände der Belegschaft durch. «Wappler hat nicht gescheut, schwierige Personalentscheide zu fällen», so ein SRF-Kadermann zur «NZZ am Sonntag». 

SRF-intern sei es das oberste Gebot gewesen, sich nicht mit Nathalie Wappler anzulegen. Laut «Kleinreport» wurde sie bei SRF gar als «Fallbeil von Leutschenbach» betitelt. 

5. Ihre Social-Media-Präsenz

Wappler lebt zwar in der neuen digitalen Medienwelt. Doch sie setzt Social-Media nur zögerlich ein. Ihr Instagram-Account ist privat. Ihr letzter Twitter-Beitrag stammt vom 2. Oktober. 

Sowieso scheut sie das Rampenlicht. In der Fotoagentur Keystone hat es beispielsweise nur 2 Bilder von ihr. Auf Facebook hingegen gibt sie sich offener und postet immer wieder Ferienfotos. 

2009 liess sie sich in der NZZ-Serie «Just married», als sie ihren Mann Wolfgang Hagen heiratete. Sie lernten sich im Journalismus kennen: Hagen war damals Abteilungsleiter Kultur und Musik des Radiosenders Deutschlandradio.