Dieter Minder

«Wir haben ein Einnahmenproblem», stellt Gemeindeammann René Wehrli ganz nüchtern fest. Während die Nachbargemeinden gute Rechnungsabschlüsse für das vergangene Jahr präsentieren, sieht es in Freienwil düster aus. Die Steuereinnahmen liegen rund 15% hinter dem Budget zurück, statt der erwarteten 2,566 Millionen sind nur 2,371 Millionen Franken eingegangen (siehe Tabelle). Fast 218000 Franken beträgt der Aufwandüberschuss.

Die vom Gemeinderat eingeleitete Wachstumsstrategie haben die Stimmberechtigten verworfen. Weder für die Zonenplanrevision noch für die Alterswohnungen haben sie an der Urne grünes Licht gegeben. Mit beiden Massnahmen hätte Wohnraum für neue Steuerzahler geschaffen werden sollen. Zudem mussten im letzten Jahr einige familiäre Veränderungen verzeichnet werden, die sich direkt auf die Steuerzahler auswirken. «Es könnte sein, dass auch der Steuerfuss wieder ein Thema wird», sagt Wehrli. Er beträgt 112%. 1 Steuerprozent entspricht zirka 21000 Franken. Um den Ausfall wettzumachen, müsste der Steuerfuss um rund 10% erhöht werden. Doch Wehrli warnt: «Dann wären wir als Wohnort nicht mehr konkurrenzfähig.» Das soll Freienwil bleiben, um Einwohner bzw. Steuerzahler zu gewinnen.

Fertig gespart

Mit Sparen kann der Gemeinderat die Rechnung nicht mehr verbessern. Der Nettoaufwand liegt mit 2,13 Millionen um 70000 unter den budgetierten 2,288 Millionen. Die Aufwendungen in den Bereichen Verwaltung, Bildung sowie Umwelt und Raumordnung liegen rund 2% über dem Voranschlag. Für öffentliche Sicherheit, Kultur und Gesundheit mussten 8 bis 15% mehr aufgewendet werden. Dagegen liegen die Fremdkapitalzinsen rund 45% tiefer als erwartet. Die Finanzverwaltung konnte sehr günstig Geld aufnehmen, um den Finanzbedarf der Gemeinde zu decken.

Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 391000 Franken. Darin enthalten sind 266000 Franken für die Erneuerungen Roosweg und obere Bergstrasse. Die Sanierung der Altlast Eichbrunnen kostete 115800 Franken. Weil die Abschreibungen lediglich 165000 Franken betrugen, mussten die Investitionen mit Schulden gedeckt werden.