Frauen zu fördern ist für die meisten europäischen Unternehmen nicht prioritär. Dies zeigt eine Umfrage der Beratungsfirma Mercer. In über 40 Prozent der befragten Unternehmen werden keine definierten Initiativen für die Entwicklung weiblicher Führungskräfte angeboten.

Darüber hinaus fehlen in der Mehrheit der Unternehmen Prozesse, um potentiell geeignete weibliche Führungskräfte auszumachen und die Entwicklung der Führungskompetenzen von Frauen gezielt zu unterstützen.

Mangelnde Unterstützung durch das Managment

Die Firmen begründen dies mehrheitlich mit der mangelnden Unterstützung durch das obere Management - das heute immer noch meist aus Männer besteht.

«Wenn das Top Management sich weiterhin so wenig für weibliche Führungskräfte stark macht, werden sich die ‹männlich-zentrierten› Rollenbilder im Management fortsetzen und es wird die Chance eines breiteren Rollenverständnisses verpasst», sagt Dagmar Wilbs von Mercer.

Viele Männer würden dazu tendieren, Nachwuchskräfte in das obere Management zu befördern, die ihnen selbst ähnlich seien und den gleichen Managementstil praktizieren würden. «Wollen Unternehmen diesen Kreislauf durchbrechen und ein Führungsverständnis etablieren, das auch weibliche Führungskräfte einbezieht, muss noch einiges geschehen», so Wilbs.

«Frauen wollen keine Extrabehandlung»

Dabei helfen würden zum Beispiel definierte Strategien zur zukünftigen Managmententwicklung und Nachwuchskräfteförderung sowie Konzepte und Instrumente, mit denen zukünftige weibliche und männliche Führungskräfte identifiziert und gezielt gefördert werden. Denn eines würden die Erfahrungen zeigen: «Frauen wollen keine Extrabehandlung». (jep)