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Französische Tageszeitung «Le Monde» vorerst gerettet

In schwere Finanznot geraten: Die französische Zeitung "Le Monde"

In schwere Finanznot geraten: Die französische Zeitung "Le Monde"

Die angesehene französische Tageszeitung «Le Monde» ist vorerst gerettet. Das in schwere Finanznot geratene Blatt soll künftig von Investoren rund um den linken Kulturmäzen Pierre Bergé kontrolliert werden.

Der Verwaltungsrat der Gruppe "Le Monde" nahm ein entsprechendes Übernahmeangebot mit der knappen Mehrheit von 11 von insgesamt 20 Stimmen an. Das Trio mit Bergé wird voraussichtlich zwischen 80 und 120 Millionen Euro aufbringen müssen.

Für die Journalisten der Abendzeitung bedeutet der Einstieg der Investoren eine historische Zäsur. Sie übten über die Redaktorengesellschaft SRM und ihre Partner bislang die Macht im Unternehmen aus.

Mit dem Einstieg von Bergé und seinen Partnern wird der Kapitalanteil der Journalisten nun verwässert. Die Redaktion verliert erstmals die Kontrolle über die Zeitung.

Bergé, der gemeinsam mit dem Bankier Matthieu Pigasse und dem Gründer des Internetanbieters Free, Xavier Niel, antritt, will den Redaktoren allerdings ihre Freiheiten garantieren. Sogar eine Sperrminorität soll es geben. Dies könne der Sockel für die Unabhängigkeit sein, sagte zuletzt Monde-Direktor Eric Fottorino.

Für Schlagzeilen hatte der Bieterwettkampf wegen der Einmischung von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy gesorgt. Er favorisierte als Geldgeber eine Investorengruppe um den Eigner des Nachrichtenmagazins "Le Nouvel Observateur", Claude Perdriel und den teilstaatlichen Telefonkonzern Orange (France Télécom).

Verantwortlich für die finanzielle Schieflage des 1944 gegründeten Blattes ist unter anderem die jüngste Flaute auf dem Werbemarkt. Im vergangenen Jahr musste sich die Gruppe 25 Millionen Euro leihen. Bereits 2005 hatte sie sich knapp 70 Millionen Euro gepumpt, die teilweise bereits dieses Jahr zurückgezahlt werden müssen.

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