Der gescheiterte Zusammenschluss hat vergangenen Herbst bereits bei Sunrise zu einem Besitzerwechsel geführt: Der dänische TDC-Konzern hat die Nummer 2 des Schweizer Mobilfunkmarkt statt der France Télécom schliesslich an einen Finanzinvestoren verkauft. Ähnliches könnte nun auch mit Orange Schweiz passieren.

Als mögliche Käufer für den kleinsten der drei Schweizer Mobilfunkanbieter kämen neben internationalen Telekomkonzernen Beteiligungsgesellschaften in Frage, sagte Orange-Schweiz-Chef Thomas Sieber am Donnerstag. Abstossen will France Télécom Orange Schweiz aus strategischen Gründen.

Konzentration auf andere Länder

France Télécom wolle sich auf Länder fokussieren, in welchen der Konzern als Telekommunikations-Vollanbieter auftreten könne und gleichzeitig die Nummer eins oder zwei im Markt sei, erklärte Sieber gegenüber der sda. Nach der untersagten Fusion von Orange und Sunrise passt der Schweizer Markt daher nicht mehr zur Strategie des französischen Telekomriesen.

Doch selbst wenn für France Télécom die Schweiz zu eng geworden ist, hält Orange-Schweiz-Chef Sieber sein Unternehmen für ein attraktives Kaufobjekt, dem sich zwischen dem Genfer- und Bodensee Chancen bieten. Insbesondere verweist er auf die starke und bekannte Marke Orange. Und auf den qualitativ hochwertigen Kundenstamm des Unternehmens.

UPC Cablecom möglicher Käufer

So hat Orange unter den drei Schweizer Mobilfunkanbietern nach eigenen Angaben die Kunden mit dem höchsten Umsätzen. Der Durchschnittsumsatz pro Kunde und Monat belaufe sich derzeit auf 57 Franken.

In der Branchenlogik wäre es naheliegend, wenn UPC Cablecom Orange Schweiz übernehmen würde. Denn schliesslich fehlt dem Kabelnetzbetreiber für ein umfassendes Telekommunikationsangebot noch der Mobilfunk. Bei UPC Cablecom hiess es am Donnerstag, dass es noch zu früh sei, zum Thema etwas zu sagen.