Bei einer solchen Kettenreaktion könnten Suizide andere Selbstmordversuche hervorrufen, sagte Unternehmenschef Didier Lombard in Paris. Das Unternehmen werde deshalb umgehend eine Hotline mit Psychologen von ausserhalb einrichten.

Am Freitag würden dann Gespräche mit den Gewerkschaften über den Stress am Arbeitsplatz beginnen. Dort werde "ohne Tabus" über Probleme geredet, sagte Lombard, der durch Arbeitsminister Xavier Darcos wegen der Selbstmorde einbestellt worden war.

Bei dem Telefonkonzern, an dem der Staat noch rund 27 Prozent hält, nahmen sich seit Februar 2008 laut Gewerkschaften 23 Menschen das Leben. Erst am Freitag war eine junge Frau gestorben, die sich in Paris aus dem Fenster ihres Büros stürzte.

Am Montag war in Metz ein 53-jähriger Mann an seinem Arbeitsplatz gefunden worden, der sich mit Schlafmittel umbringen wollte, aber gerettet werden konnte.

Gewerkschaften sehen einen Zusammenhang zwischen den Verzweiflungstaten und dem laufenden Konzernumbau, der vielfach Versetzungen innerhalb des Unternehmens nach sich zieht. Wegen der Selbstmorde hatte France Télécom den Konzernumbau vergangene Woche bereits bis Ende Oktober ausgesetzt.