Luftfahrt

Flughafen Zürich dank höheren Passagierzahlen mit mehr Umsatz

Passagiere am Flughafen Zürich (Archiv)

Passagiere am Flughafen Zürich (Archiv)

Gestiegene Passagierzahlen haben der Flughafen Zürich AG im vergangenen Jahr erneut höhere Erträge beschert. Getrübt wird das Ergebnis durch die stark gestiegenen Betriebskosten, die wegen Rückstellungen für die Pensionskasse BVK entstanden sind.

Flughafen-Chef Thomas Kern sprach am Mittwoch vor den Medien von einem "sehr guten Ergebnis", das durch die BVK-Rückstellungen halbiert worden sei. So habe sich der Flughafen mit dem im vergangenen Herbst unterzeichneten BVK-Anschlussvertrag verpflichtet, sich an der Sanierung der in Schieflage geratenen Pensionskasse zu beteiligen.

Die Erträge stiegen um 4,8 Prozent auf 948,8 Mio. Fr. Davon entfallen 63 Prozent auf das Fluggeschäft, 37 Prozent wurden im Nicht-Fluggeschäft, also bei den Laden- und Restaurantbetreibern, erwirtschaftet, wie Finanzchef Daniel Schmucki sagte. Läden und Restaurants setzten 2012 erstmals über eine halbe Milliarde Franken um.

Zum höheren Umsatz trugen moderat gestiegene Passagierzahlen (+1,9 Prozent) sowie leicht höhere Erträge aus dem Frachtgeschäft +0,9 Prozent) bei. Insgesamt reisten im letzten Jahr 24,8 Mio. Passagiere über den Flughafen. Die Zahl der Flugbewegungen sank dagegen um 3,2 Prozent auf 279'000.

Starker Anstieg bei den Betriebskosten

Einen sprunghaften Anstieg verzeichnete der Flughafen bei den Betriebskosten. Diese machten 558,1 Mio. Fr. aus, das sind 32,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese markante Zunahme sei praktisch vollumfänglich auf den BVK-Anschlussvertrag und die damit verbundenen Sondereffekte zurückzuführen, sagte Schmucki.

Im neuen Anschlussvertrag sind auch die Vorgaben für Leistungen an die Arbeitnehmer geregelt. Diese Leistungen werden neu nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IAS 19 verbucht. Unter Ausklammerung des Sondereffekts wäre der Überschuss um 13,1 Prozent auf 192 Mio. Fr. gestiegen.

Das Betriebsergebnis lag mit 171,9 Mio. Fr. 39,2 Prozent unter dem Wert von 2011. Unter dem Strich sank der Reingewinn um 44,2 Prozent auf 94,7 Mio. Fr. Insgesamt, stellte Schmucki fest, seien die Kennzahlen des Flughafens "unverändert solide" und "unverändert stabil".

Deutlich weniger steckte der Flughafen in den Ausbau. Insgesamt wurden 195,6 Mio. Fr investiert. Das sind deutlich weniger als im Vorjahr (332,8 Mio. Fr.), als das Dock B und das neue Sicherheitskontrollgebäude fertiggestellt wurden. Zu den wichtigsten laufenden Bauprojekten zählt Flughafen-Chef Kern die Aufwertung des Terminals 2 sowie die Sanierung der Piste 14/32.

Kein Interesse an Dübendorf

Dass der Bund den Flugplatz Dübendorf erhalten will, begrüsse der Flughafen aus "grundsätzlichen Überlegungen", sagte Kern. Wenn die aus Kloten verdrängte Kleinfliegerei in Dübendorf eine neue Heimat fände, so wäre dies positiv.

Allerdings habe der Flughafen "aus wirtschaftlichen und politischen Gründen" kein Interesse an einem Betrieb des Flugplatzes, so Kern weiter. Bei der Privat- und Geschäftsfliegerei habe es letztes Jahr in Kloten 37'000 Bewegungen gegeben. "Kostendeckend war das nicht."

In Dübendorf gebe es gegenwärtig 14'000 Bewegungen pro Jahr. Aus Sicht des Flughafens sei ein rentabler Betrieb jedoch auch dann nicht möglich, wenn die Zahl der Flugbewegungen um 10'000 aufgestockt würde.

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