Luftverkehr

Fluggesellschaft Swiss kämpft weiterhin mit der Preiserosion

Die Swiss hat mit sinkenden Preisen zu kämpfen (Archiv)

Die Swiss hat mit sinkenden Preisen zu kämpfen (Archiv)

Die Fluggesellschaft hat sich im dritten Quartal trotz rekordhoher Auslastung ihrer Flugzeuge nicht auffangen können. Trotz steigenden Ertrags blieb das operative Ergebnis deutlich unter dem Vorjahreswert zurück.

Mit 124 Mio. Fr. fiel es für den Zeitraum von Juli bis September 22 Prozent tiefer aus als noch 2011. Über neun Monate betrachtet blieb der operative Gewinn der Swiss mit 185 Mio. Fr. sogar 36 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück.

Die Erlöse aus dem Verkauf von Billetten und Frachtkapazität stiegen im dritten Quartal um 5 Prozent auf 1,36 Mrd. Franken. Von Januar bis September beliefen sie sich auf 3,81 Mrd. Franken, was gegenüber 2011 einem Plus von 3 Prozent entspricht.

Swiss-Chef Harry Hohmeister bezeichnet im Mediencommuniqué vom Mittwochmorgen die gegenwärtige Geschäftslage als herausfordernd. Die Swiss bewege sich punkto Profitabilität und langfristiger Investitionsfähigkeit nicht innerhalb der Zielvorgaben. Grund für die schwierige Lage der Swiss und anderer Fluggesellschaften ist eine Kombination von steigenden Kapazitäten, sinkenden Preisen und hohen Treibstoffkosten.

Das Management der von der deutschen Lufthansa kontrollierten Fluggesellschaft geht angesichts der Rahmenbedingungen denn auch nicht davon aus, am operativen Ergebnis des Vorjahres anschliessen zu können.

Gewinnsprung bei Lufthansa

Etwas besser läuft es beim Mutterhaus der Swiss. Trotz des Streiks im September hat die Swiss-Mutter Lufthansa wegen guter Geschäfte ihrer Service-Töchter wie Lufthansa Technik und der Bordverpflegungssparte LSG Sky Chefs deutlich mehr Geld verdient. Der operative Gewinn nahm im dritten Quartal um 6,2 Prozent auf 648 Mio. Euro zu.

Das ist weit mehr als die von Analysten erwarteten 522 Mio. Euro. Unter dem Strich steigerte der Konzern den Reingewinn gar um 30 Prozent auf 642 Mio. Euro, wie die Lufthansa am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz zog um 6,2 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro an.

Franz relativiert

Dennoch zeigt sich Konzernchef Christoph Franz nicht zufrieden: "Wir haben nicht die Ertragskraft, die wir brauchen." In den gesamten neun Monaten seit Jahresbeginn sank trotz einer Umsatzsteigerung um 6,1 Prozent auf 22,8 Mrd. Euro das operative Ergebnis um 13,3 Prozent auf 628 Mio. Euro.

Das Sparprogramm Score zeige erste Wirkung. "Bei den Kosten, die wir selbst kontrollieren können, machen wir Fortschritte", erklärte Franz. Dies reiche aber noch nicht aus, um ausreichende Margen zu erwirtschaften.

Die Lufthansa durchläuft derzeit ein Sparprogramm. Der Konzern will unter anderem weltweit 3500 Stellen in der Verwaltung streichen und dadurch zusammen mit anderen Schritten sein Ergebnis im laufenden Geschäft um 1,5 Mrd. Euro verbessern.

Das Sparprogramm soll verschärft werden. Details will die Lufthansa erst Ende des Jahres nennen.

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