Grundsätzlich ist eine Fluggesellschaft verpflichtet, Passagieren eine Entschädigung zu zahlen, wenn ihr Flug gestrichen wurde oder ihnen die Beförderung verweigert wurde. Ausgenommen sind «ausserordentliche Umstände», etwa Ausfälle aufgrund schlechten Wetters. So sieht es die EU-Verordnung vor, die auch in der Schweiz Anwendung findet. Auch zusätzliche Kosten, die entstehen, etwa für einen Ersatzflug, eine Hotelübernachtung oder Verpflegung, muss die Airline zurückerstatten.

Nicht alle Fluggesellschaften kommen ihren Pflichten jedoch gleich gewissenhaft nach. Manche versuchen Kunden abzuwimmeln, halten sie monatelang hin oder stellen immer wieder Nachfragen zum Fall, in der Hoffnung, dass die Kunden irgendwann aufgeben. Es empfiehlt sich daher, alle Dokumente zum Fall (Tickets, Belege, Korrespondenz mit der Fluggesellschaft etc.) aufzubewahren.

Bei Verspätungen ist gemäss bisheriger schweizerischer Rechtsprechung keine Entschädigung geschuldet. Dasselbe gilt für Probleme bei Flügen mit Ziel ausserhalb der EU. Manche Fluggesellschaften bezahlen aber auch in solchen Fällen.

Kommt eine Fluggesellschaft ihrer Entschädigungspflicht nicht nach, kann man versuchen, sie über eine Anzeige beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) dazu zu bringen.

Wer sich den Papierkrieg sparen möchte, kann sich an eine spezialisierte Inkassofirma wenden, von denen europaweit zahlreiche entstanden sind.

Lesen Sie auch: Schweizer Flug-Passagiere haben weniger Rechte als Reisende in der EU