Sobald auch Schweizer Buslinien befahren werden dürfen, werde Flixbus aktiv, sagte Firmengründer André Schwämmlein in einem am Montag publizierten Interview mit der Tageszeitung «Blick». Aktuell dürfen grenzüberschreitende Fernbuslinien keine Passagiere von einem Ort zum anderen innerhalb der Schweiz befördern. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) habe aber signalisiert, dass künftig Anträge für inländische Linien eingereicht werden könnten. Man sei in der Vorphase, ein Gesuch für eine solche Linie zu stellen, sagte der Flixbus-Chef.

Flixbus ist auf Expansionskurs. In Österreich und Italien verfügt das Unternehmen bereits über nationale Buslinien. Im nächsten Jahr will man auch in Schweden und Dänemark ein Inlandnetz starten, wie Schwämmlein vor einem Monat gegenüber «Spiegel Online» sagte. Auch innerhalb von Deutschland soll das Netz um 50 neue Städte auf insgesamt 350 ausgebaut werden.

Ein Fernbus-Anbieter sei für die SBB keine substanzielle Bedrohung, sagte Schwämmlein gegenüber dem «Blick». Die Passagierzahlen der SBB stiegen stetig. Die Hauptachsen seien zu Stosszeiten am Anschlag. Zudem würden Busse auch die Strassen entlasten, weil dadurch der Individualverkehr reduziert werde.

Kein Feind der SBB

Dass das Monopol der SBB in Kritik geraten sei, begrüsst Schwämmlein. Mehr Konkurrenz würde seiner Meinung nach dem Markt guttun. Flixbus sieht sich nicht als Feind der SBB. Das gemeinsame Ziel sollte es nach Ansicht von Schwämmlein sein, die öffentlichen Verkehrssysteme so attraktiv zu machen, dass Leute ihr Auto nicht mehr brauchten.

Zurzeit hat Flixbus in der Schweiz jedoch ein Verfahren am Hals. Das deutsche Mobilitätsunternehmen muss sich gegenüber dem Bundesamt für Verkehr erklären, weil Flixbus verdächtigt wird, Personen innerhalb der Landesgrenzen transportiert zu haben. Damit würde das Unternehmen gegen das Kabotageverbot verstossen, was den Transport von Personen innerhalb der Schweiz für Fernbuslinien verbietet.