Wirtschaft

Firmen reagieren: UBS, Roche und Zurich verordnen Maskenpflicht in den Büros

Maskenpflicht im Büro, im Sitzungszimmer, auf den Gängen: Einige Firmen haben heute sehr weitgehende Coronaregeln eingeführt.

Maskenpflicht im Büro, im Sitzungszimmer, auf den Gängen: Einige Firmen haben heute sehr weitgehende Coronaregeln eingeführt.

Zahlreiche Unternehmen haben als Folge der hohen Coronazahlen in ihren Büros heute eine Maskenpflicht eingeführt. Beim Versicherer Zurich etwa darf die Bedeckung nur während der unmittelbaren Verpflegung vom Gesicht genommen werden.

Zahlreiche grosse Schweizer Unternehmen reagieren auf den drastischen Anstieg der Coronazahlen. So haben etwa die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse, der Versicherer Zurich, Roche, die SBB und die Swisscom heute eine Maskenpflicht in den Innenräumen eingeführt. Dies zeigt eine Umfrage von «CH Media».

Aufgrund der Entwicklung der Infektionszahlen habe Roche nun eine allgemeine Maskenpflicht an den Schweizer Standorten eingeführt, sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Seit Beginn der Pandemie empfehle das Unternehmen denjenigen Angestellten, deren Arbeit nicht zwingend am Standort verrichtet werden müsse, zudem vorwiegend von zu Hause aus zu arbeiten und auf physische Meetings zu verzichten. «In den vergangenen Monaten hat der überwiegende Teil der Belegschaft an den Standorten Basel und Kaiseraugst vor allem im Homeoffice gearbeitet», sagt die Sprecherin weiter.

Zurück ins Büro ja, aber nur jeder vierte Mitarbeiter

Der Versicherer Zurich hat heute ebenfalls an allen Schweizer Standorten eine Maskenpflicht eingeführt. «Mitarbeiter, die sich für den Weg ins Büro entscheiden, müssen mit einer Maske erschienen», sagt eine Sprecherin. Die Pflicht gelte für sämtliche Gebäudebereiche zu jeder Zeit, «also auch am Arbeitsplatz und in sämtlichen physisch durchgeführten Meetings». Einzig während der unmittelbaren Verpflegung dürfe die Maske vom Gesicht genommen werden.

Das Arbeiten von zu Hause bleibe weiterhin der bevorzugte Weg, sagt die Sprecherin des Versicherers. «Damit tragen wir zum Schutz der gesamten Bevölkerung bei, weil wir zum Beispiel mehr Platz im öffentlichen Verkehr schaffen für Menschen, die zur Arbeit fahren müssen.» Die Mitarbeiter könnten zwar auf freiwilliger Basis jederzeit zurück ins Büro gehen. «Wir halten jedoch im Rahmen unseres Schutzkonzeptes an einer Maximalbelegung von 25 Prozent an allen Standorten fest.»

Die SBB haben heute ebenfalls eine Maskentragpflicht eingeführt. Diese gilt gemäss eines Sprechers vom Betreten eines SBB-Gebäudes bis zum Arbeitsplatz – also in den Eingangsbereichen, Garderoben, Liften und Treppenhäusern. Am Arbeitsplatz, in den Pausen- und Sitzungsräumen gelte das bisherige Schutzkonzept. An diesen Orten müsse keine Maske getragen werden, sofern die Hygieneregeln und ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden könnten.

Eine Maskenpflicht gilt ab sofort auch bei der Swisscom. Sobald ein Mitarbeiter ein Gebäude der Firma betrete, sei eine Maske nötig. Abziehen dürften die Angestellten diese erst, wenn sie am Arbeitsplatz sitzen. Das bedeute etwa, dass die Maske auch dann getragen werden müsse, wenn man zum Drucker gehe, im Lift fahre oder auf die Essensausgabe im Personalrestaurant warte.

Bei der UBS arbeiten rund 80 Prozent von zu Hause aus

Bei der UBS dürfen die Mitarbeiter ebenfalls nur noch mit Maske an ihren Arbeitsplatz. Die Grossbank verweist auf ihr «sehr striktes, restriktives Sicherheitskonzept». Während der ganzen Coronapandemie hätten weltweit 80 Prozent von zu Hause aus gearbeitet. Das sei nach wie vor der Fall. Daher würden in Sachen Homeoffice keine weiteren Anpassungen vorgenommen, sagt ein Sprecher.

Die Credit Suisse hält es wie die UBS: «Wir haben heute Montag das Tragen von Masken in unseren Räumlichkeiten eingeführt», sagt ein CS-Sprecher. Am eigenen Arbeitsplatz müsse diese nicht getragen werden, falls zwei Meter Abstand gewährleistet seien. Die Bank beobachte die Entwicklung rund um das Coronavirus weiterhin sehr aufmerksam und ergreife bei Bedarf weitere Schutz- und Sicherheitsmassnahmen. Damit soll ein sicheres Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter gewährleistet werden. Derzeit arbeite über die Hälfte der Angestellten von zu Hause aus.

Novartis und die Post sind schon weiter

Im Gegensatz zu den anderen Firmen hat Novartis bereits Mitte August eine Maskenpflicht eingeführt. Diese gelte grundsätzlich in allen Gebäuden, ausser die Angestellten sässen an ihrem eigenen Arbeitsplatz. Zudem bittet der Pharmakonzern jene Mitarbeiter von zu Hause zu arbeiten, die das problemlos können. Dies gelte ab heute und bis auf weiteres. Der Zutritt zu den Werken bleibe gewährleistet. Bereits vor den neusten Homeoffice-Empfehlungen hätten zwischen 75 und 80 Prozent von zu Hause aus gearbeitet, wie sich von den Eintrittskontrollen bei den Bürogebäuden ableiten lasse.

Bei der Post gilt die Maskenpflicht in den Büros ebenfalls bereits länger. Nun hat das Unternehmen seine Regeln nochmals verschärft. So müssen etwa neu auch an Sitzungen Masken getragen werden. Zudem hat die Post in Anlehnung an den Bundesrat die Teilnehmerzahl interner Veranstaltungen auf 15 Personen beschränkt. Ohnehin sollen interne Treffen vor allem online abgehalten werden. Auf externe Anlässe will die Post möglichst verzichten, ansonsten würden die Schutzmassnahmen des Bundes und der Kantone gelten.

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