Finanzkrise

Finma: Bankenaufsicht erkannte Probleme nicht rechtzeitig

Die Finanzmarktaufsicht übt Selbstkritik

Die Finanzmarktaufsicht übt Selbstkritik

Die Finanzmarktaufsicht (Finma) macht Manöverkritik: Die Ursachen der Finanzmarktkrise und die damit verbundenen Probleme seien von allen Beteiligten nicht rechtzeitig erkannt worden. Die Bankenaufsicht habe teilweise zu wenig Durchsetzungskraft gezeigt.

Dies stellt die Finma in ihrem veröffentlichten Bericht "Finanzmarktkrise und Finanzmarktaufsicht" fest. Die Eidg. Bankenkommission (EBK) habe aber schnell und entschieden reagiert. Zentrale Weichenstellungen zur Stabilisierung des Finanzplatzes seien zielgerichtet und rechtzeitig vorgenommen worden.

Volkswirtschaftliche Ungleichgewichte, gestiegene Verschuldung und intransparente Verbriefungspraktiken hätten zu einer weltweiten Krise geführt, die ihren Ursprung im US-Subprime-Hypothekenmarkt hatte. Schweizer Banken und Versicherungen seien unmittelbar von der Finanzkrise betroffen gewesen und hätten teilweise hohe Verluste erlitten.

Die EBK, als eine der drei Vorgängerbehörden der Finma, hat sich laut Bericht vor und während der Krise intensiv mit den beiden Grossbanken, insbesondere mit der UBS befasst. Die EBK habe dabei im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten alle verfügbaren Ressourcen auch auf oberster Stufe eingesetzt.

Im Rückblick stellt die Finma aber Schwachstellen sowohl bei der Erkennung von Risiken als auch der Durchsetzung von Gegenmassnahmen fest. Die EBK habe beispielsweise bei der UBS bei der IT-Fragmentierung oder im Kontrollbereich Problemfelder erkannt. Sie habe aber zu wenig strukturiert und mit Nachdruck die Umsetzung der Korrekturen kontrolliert und eingefordert.

Die EBK hat laut Finma aus der Krise ihre Lehren gezogen und erste Massnahmen eingeleitet. Für die Grossbanken wurden die ohnehin schon deutlich über den internationalen Standards liegenden Eigenmittelforderungen noch einmal erheblich verschärft.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1