Tessin/Bern

Finanzspritze für Flugplatz Lugano

Der Kanton Tessin soll seine Beteiligung am Flughafen Lugano erhöhen. Doch die "Bewegung für den Sozialismus" hat bereits das Referendum angekündigt (Archivbild).

Der Kanton Tessin soll seine Beteiligung am Flughafen Lugano erhöhen. Doch die "Bewegung für den Sozialismus" hat bereits das Referendum angekündigt (Archivbild).

Nachdem die Berner Regierung ihrem Flugplatz zu Hilfe eilt, will der Südschweizer Kanton gar Flüge nach Genf betreiben.

Die beiden Regionalflughäfen Bern-Belp und Lugano-Agno erleiden ähnliche Schicksale. Sie befinden sich im Sinkflug und sollen durch Finanzspritzen der öffentlichen Hand aufgepäppelt werden. Gestern hat die Stadt Lugano als Mehrheitsbesitzerin ihre Pläne für einen Relaunch des Airports vorgestellt. Lugano-Agno verfügt nur noch über einen einzigen Linienflug (nach Zürich). Die stets schlecht ausgelastete Verbindung zwischen Lugano und Genf entfiel als Folge des Konkurses der Darwin-Airline Ende 2017 und konnte bis heute nicht durch einen neuen Carrier ersetzt werden. Ironischerweise war die Berner Skywork als aussichtsreichster Kandidat zur Übernahme dieser Verbindung im Gespräch. Doch sie machte selbst Pleite.

Nun soll eine Kapitalerhöhung stattfinden, und der Kanton Tessin soll seinen Anteil an der Lugano Airport SA (LASA) von 12,5 auf 40 Prozent steigern. Zudem sind in einer ersten Tranche Investitionen der Stadt Lugano in Höhe von 5 Millionen vorgesehen. Der Stadtrat von Lugano beruft sich in seiner Strategie auf einen Masterplan des «Center for Aviation Competence» der Uni St.Gallen. In diesem wird dem Flugplatz Zukunftspotential in Bezug auf Beschäftigung und als Alternative zu anderen Verkehrsmitteln auf Strasse und Schiene eingeräumt.

Ähnlich wie Lugano-Agno sucht auch Bern-Belp nach dem Ende 2018 erfolgten Konkurs der Fluggesellschaft Skywork nach einer Zukunftsperspektive. Die Berner Kantonsregierung will der Flughafenbetreiberin nun stärker unter die Arme greifen, um den Betrieb langfristig zu sichern. Ein in entsprechendes Gesetz ging dieser Tage in die Vernehmlassung. Die Beteiligung des Kantons soll um 5,7 Millionen Franken auf sechs Millionen Franken erhöht werden.

Bürgerliche offen für Staatshilfe

Bei der SVP und den Bürgerlichen ist man gegenüber diesen Plänen offen, zumal die Überzeugung weit verbreitet ist, dass Bern als Hauptstadt der Schweiz einen eigenen Flughafen braucht. Eine klare Absage kommt hingegen von den Grünen. «Nicht nur klimapolitisch ist das völlig widersinnig, sondern auch finanzpolitisch», sagte Co-Präsidentin Natalie Imboden. Mit ähnlichen Argumenten machen auch die Sozialdemokraten und Grünen im Kanton Tessin gegen Finanzspritzen für den Flughafen Lugano-Agno mobil. Im Falle einer Verabschiedung der Kredite wird mit Referenden gedroht. Die Stadt Lugano und der Kanton hängen – vorab aus Prestigegründen – an dem kleinen Flughafen.

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