Geld

Finanzausgleich auf Rekordhöhe

Die Differenz zwischen armen und reichen Gemeinden im Kanton wuchs 2008 weiter

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Die Differenz zwischen armen und reichen Gemeinden im Kanton wuchs 2008 weiter

Die reichen Gemeinden im Kanton Zürich liefern dieses Jahr 396 Millionen Franken in den Finanzausgleich ab. So viel, wie noch nie.

Martin Steinegger

Die Schere zwischen den finanzstarken und den finanzschwachen Gemeinden im Kanton Zürich geht immer weiter auf. Der Grund: Die reichen Gemeinden konnten ihre Steuereinnahmen in den letzten Jahren tendenziell erhöhen, während die ärmeren Gemeinden eher stagnierten.

396 Millionen umverteilt

Die Folge dieser Entwicklung: Damit jede Gemeinde die vorgegebene relative Steuerkraft von mindestens 70 Prozent des kantonalen Mittels erreicht, zahlen reiche Gemeinden von Jahr zu Jahr höhere Beträge in den Finanzausgleich ein. Berechnungsgrundlage ist dabei jeweils das Steuersubstrat des Vorjahres.

In diesem Jahr fliessen insgesamt 396 Millionen Franken von den 19 finanzstärksten zu den 92 finanzschwachen Gemeinden - das sind 10 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Das zeigt eine in dieser Woche vom Zürcher Gemeindeamt veröffentlichte Tabelle. 2008 wurden übrigens erst 352 Millionen Franken umverteilt, 2007 sogar nur 300 Millionen.

Spitzenreiter beim «Einzahlen» sind Küsnacht (86 Mio.), Zollikon (67 Mio.) und Rüschlikon (51 Mio.). Vor allem im Fall von Rüschlikon ist die Veränderung zu 2008 mit einem Plus von 30 Millionen markant. Zu den grösseren Beitragszahlern gehört zudem die Gemeinde Uitikon, die über 15 Mio. Franken in den Ausgleichstopf liefert. Der Pro-Kopf-Steuerertrag lag dort 2008 bei 9496 Franken.

Winterthur erhält am meisten

Am anderen Ende der Tabelle figurieren die steuerschwachen Gemeinden, die aus dem Finanzausgleich einen Zuschuss erhalten. Spitzenreiter unter den «Empfängern» ist die Stadt Winterthur, die 2009 rund 86 Millionen erhält.

Weitere Grossbezüger sind Wetzikon (21 Mio.), Rüti (16 Mio.), Bülach (14 Mio.), Wald (13 Mio.), Uster (12 Mio.) sowie Dietikon (17 Mio.). Die Einwohner der Limmattaler Stadt versteuerten 2008 pro Kopf 2371 Franken - vier Mal weniger als die Uitiker.

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