Ferienjobs

Ferienjobs: Angebot ist knapper

Der Kampf um die besten Ferienjobs im Sommer: Schüler und Studenten müssen sich immer früher um die begehrten Stellen bemühen. Die schlechte Wirtschaftslage lässt das Angebot noch weiter schrumpfen.

Michael Spillmann

«Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Angebot von Ferienjobs sind klar sichtbar», sagt Benno Kästli, Betreiber der Internetplattform «www.ferienjob.ch». Während grössere Betriebe weniger Angebote für Ferienjobs schalten würden, seien es - so schildert Benno Kästli - aktuell vor allem KMUs oder sogar Privatpersonen, die auf dem Portal Stellen ausschreiben. «Zudem sind die Zugriffe auf unsere Internetseite im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, was bedeutet, dass die Jugendlichen länger suchen müssen, bis sie etwas finden», erklärt Kästli weiter. Ein Blick auf Aargauer Angebote auf der Internetseite spricht für sich: Gestern war dort nur gerade ein Ferienjob ausgeschrieben.

Als kritisch beurteilt auch Adecco-Pressesprecher José M. San José die Lage auf dem Ferienjob-Markt: «Es ist schwieriger in diesem Jahr.» Aufgrund der wirtschaftlichen Lage würden viele Unternehmen ein- bis zweiwöchige Ferienjobs gar nicht mehr anbieten. «Während früher vielleicht ein Schüler kurzfristig für zwei Wochen eingestellt wurde, versucht man dies in der aktuellen Situation mit internen Ressourcen zu überbrücken», meint San José. Als gute Möglichkeit sieht er diese Tatsache hingegen für Studenten: «Tendenziell werden Leute für längere Zeit gesucht. Je weniger Vorgaben ein Student hat, desto grösser sind seine Chancen, eine Arbeit für vier bis sechs Wochen zu finden.»

«Jetzt ist es zu spät»

Wirtschaftskrise hin oder her: Schüler und Studenten, die sich in den Sommerferien ein schönes Sackgeld verdienen wollen, müssen sich immer früher um eine Arbeit bemühen. Hinzu kommt, dass viele begehrte Angebote meist «unter der Hand» weitergegeben werden. Grosser Beliebtheit erfreuen sich jedes Jahr Ferienjobs bei den Grossverteilern. Auf Nachfrage war sowohl bei der Migros als auch bei Coop zu erfahren, das Angebot an Ferienjobs habe sich trotz wirtschaftlichen Turbulenzen nicht geändert.

Aber: Für Kurzentschlossene könnte es eng werden. Auf der Coop-Pressestelle heisst es: «Tendenz: Jetzt ist es zu spät.» Für eine Temporärstelle in den Sommerferien müssten sich Interessierte bereits im Februar melden. «Je früher sie sich melden, desto besser stehen die Chancen», sagt auch Thomas Bornhauser, Medienverantwortlicher der Migros Aare.

«Das grosse Geld gibts hier nicht»

Die offensichtliche Knappheit an Ferienjobs bemerkt man auf der Geschäftsstelle der Organisation Landdienst, die für 14- bis 25-Jährige Einsätze auf Bauernhöfen vermittelt. «Ja, die Nachfrage ist in diesem Jahr gross», sagt Jolanda Dietiker. Im Aargau einen Platz zu finden, sei - auch kurzfristig - kein Problem. Sie hält aber fest: «Studenten, die das grosse Geld verdienen wollen, sind bei uns an der falschen Adresse.»

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