Autozulieferer

Feintool mit Halbjahresverlust - 30 Prozent weniger Umsatz

Angestellte der Feintool AG (Archiv)

Angestellte der Feintool AG (Archiv)

Die Krise der Autohersteller trifft die Lysser Feintool-Gruppe mit voller Wucht. Das Unternehmen fuhr im ersten Halbjahr 2008/09 einen Verlust von 46,8 Mio. Fr. ein. Im Vorjahressemester hatte Feintool noch einen Gewinn von 9,2 Mio. Fr. erzielt.

Auch operativ schrieb Feintool rote Zahlen: Der Betriebsverlust (EBIT) betrug 42,2 Mio. Franken, wie das Unternehmen mitteilte. Vor einem Jahr hatte die in der Feinschneide- und Umformtechnologie tätige Gruppe noch einen Betriebsgewinn von 18,4 Mio. Fr. erwirtschaftet.

Für die schlechten Zahlen ist vor allem der Auto-Zulieferer Mühlemann aus dem solothurnischen Biberist verantwortlich. Dieser bescherte der kleinsten Konzernsparte von Feintool, die Kunststoff- und Metallkomponenten herstellt, einen Betriebsverlust von 24,1 Mio. Franken. Der Umsatz halbierte sich beinahe von 32,6 Mio. auf 17,8 Mio. Franken.

Wegen der mittelfristig unbefriedigenden Aussichten auf einen rentablen Betrieb in der Automobil-Industrie hatte Feintool Ende März beschlossen, die Produktion von Kunststoffverbundkomponenten aufzugeben und die Mühlemann AG zu schliessen. Betroffen sind rund 200 Arbeitsplätze in Biberist.

Die auf Feintool-Anlagen hergestellten Teile kommen in der Auto-Industrie beispielsweise bei Sitzverstellungen, Bremsen und Getrieben zur Anwendung.

Auch die Aufträge brachen der Feintool-Gruppe weg. Der Auftragseingang lag um 56 Prozent unter dem Vorjahresniveau, der Auftragsbestand war fast 40 Prozent tiefer. Dennoch sieht die Konzernleitung für die Zukunft nicht völlig schwarz.

Die derzeitige Überlast in der Werkzeugkonstruktion in den Technologiezentren deute darauf hin, dass die Autohersteller die Entwicklung und Markteinführung von neuen sparsamen und umweltfreundlichen Autos vorantrieben. Dies sollte innert Jahresfrist Arbeit im Werkzeugbau und mittelfristig in der Teilefertigung generieren.

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