Wirtschaft

Feintool leidet unter Coronakrise – Ostschweizer wird neuer Finanzchef

Der Hauptsitz des weltweit tätigen Automobilzulieferers Feintool befindet sich im bernischen Lyss. (Symbolbild)

Der Hauptsitz des weltweit tätigen Automobilzulieferers Feintool befindet sich im bernischen Lyss. (Symbolbild)

Wegen der Coronakrise meldet Feintool im ersten Halbjahr einen markanten Umsatzrückgang und einen Verlust. Für die zweite Jahreshälfte zeigt sich das Technologieunternehmen jedoch optimistisch.

(sat) Der Umsatz der Feintool-Gruppe ist in den ersten sechs Monaten um 36 Prozent auf 212 Millionen Franken eingebrochen. Wie Feintool am Freitag mitteilte, resultierte daraus ein operativer Verlust von 18 Millionen Franken. Das entspricht einem Minus um 28 Millionen. Zur Bewältigung der Krise habe das Unternehmen die Kosten jedoch massiv gesenkt, Personal abgebaut oder in Kurzarbeit versetzt und verschiebe Investitionen.

Trotz der Unsicherheiten aufgrund von Covid-19 und der Krise im Automobilmarkt schaut der in Lyss beheimatete, weltweit tätige Technologiekonzern optimistisch in die Zukunft. «Feintool hat eine gesunde Liquidität und ist finanziell gut abgesichert», schreibt der Zulieferer der Automobilindustrie in der Mitteilung. Stand heute erwarte Feintool für die zweite Jahreshälfte «einen leicht höheren Umsatz und aufgrund der umgesetzten Sparmassnahmen eine deutlich verbesserte Profitabilität».

Finanzchef von Stadler wird neuer CFO von Feintool

Nebst den Halbjahreszahlen meldet Feintool am Freitag zudem den Rücktritt des Finanzchefs. Der Chief Financial Officer Thomas Bögli werde nächstes Jahr pensioniert und scheide nach der Generalversammlung im April aus dem Unternehmen aus. Als Nachfolger bereits bestimmt hat der Verwaltungsrat Samuel Künzli. Der 35-jährige Wirtschaftsprüfer stammt aus der Ostschweiz und arbeitete laut Mitteilung zuletzt beim Bahnbauer Stadler in Bussnang als ‎Finanzchef der Division Schweiz.

Die aufgrund der Coronapandemie verordneten Massnahmen zur Senkung der Kosten führt das Unternehmen zwar nicht im Detail aus. Generell schreibt Feintool jedoch, befänden sich in Europa alle Werke und wesentlichen Abteilungen seit April in Kurzarbeit. Der Personalbestand werde sich reduzieren. In den USA dagegen sei im Frühling ein grosser Teil der Belegschaft freigestellt worden. Da sich inzwischen eine Erholung abzeichne, habe ein grösserer Teil der Mitarbeitenden wieder beschäftigt werden können. In China dagegen werde sich der Personalbestand von Feintool infolge anlaufender neuer Projekte sogar erhöhen.

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