Autoindustrie

Fehlerhafte Zündschlösser: General Motors bedauert Rückruf-Briefe an Todesopfer

Sitz der General Motors in Detroit (Archiv)

Sitz der General Motors in Detroit (Archiv)

General Motors (GM) ist im Zusammenhang mit dem Skandal um fehlerhafte Zündschlösser eine weitere Panne unterlaufen. Der US-Autobauer versandte Rückruf-Benachrichtigungen auch an Angehörige der 13 Todesopfer.

General Motors hatte im Februar rund 2,6 Millionen Autos wegen fehlerhafter Zündschlösser in die Werkstätten zurückgerufen. Nach Angaben des Autobauers soll der Defekt zu 13 Todesfällen geführt haben.

Besonders dummer Fehler des Unternehmens: GM schreibt X-Tausenden Kunden einen Rückruf-Brief - darunter auch Familien, die genau aufgrund des Zündschlossfehlers Angehörige verloren haben.

Mehrere Familien hatten sich darauf beschwert, dass GM sie aufgefordert hatte, ihre Fahrzeuge in die Werkstätten zu bringen.

Die Familie eines 16-jährigen Mädchens, das 2005 bei einem Unfall mit einem Chevrolet Cobalt ums Leben kam, wurde nach eigenen Angaben vergangene Woche gleich zweimal aufgefordert, das defekte Zündschloss und die Servolenkung reparieren zu lassen.

Der Wagen hatte bei dem Aufprall gegen einen Baum jedoch Totalschaden erlitten. Dies hätte GM nach Ansicht der Mutter anhand der Seriennummer jedoch leicht herausfinden können.

"Wir bitten die betroffenen Familien, die eine Rückrufinformation erhalten haben, um Verzeihung", sagte GM-Sprecher Greg Martin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

300 Todesopfer?

13 Todesfälle soll es aufgrund der fehlerhaften Zündschlösser gegeben haben. Die US-Verkehrsaufsicht geht jedoch von einer höheren Zahl aus.

Konsumentenschützer sprechen seit Monaten von zu 300 Todesopfern in Folge des Zündschloss-Defekts, bei dem sich Motor und elektrische Systeme wie Airbags auch bei hohem Tempo unvermittelt abschalten.

Mehrere US-Behörden ermitteln deshalb gegen GM. Für Empörung sorgt vor allem die Frage, warum der Autobauer mit dem Rückruf bis Anfang 2014 wartete, obwohl die Probleme seit mehr als zehn Jahren bekannt waren und mit geringen Zusatzkosten hätten beseitigt werden können.

GM-Chefin Marry Barra ist seit ihrem Amtsantritt im Januar vor allem damit beschäftigt, die Pannenserie aufzuklären, sich für Fehler zu entschuldigen und GM zur Bewältigung der Krise neu aufzustellen.

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