Maskenpflicht beim Einkaufen

Fast niemand wechselt deswegen den Kanton – Zürcher Einkaufszentrum wird überrannt

Seit einigen Tagen gilt auch in Läden im Kanton Zürich die Maskenpflicht.

Seit einigen Tagen gilt auch in Läden im Kanton Zürich die Maskenpflicht.

Der Detailhandel warnte vor negativen Auswirkungen der Maskenpflicht, wie sie in immer mehr Kantonen gilt. Erste Zahlen zeigen aber: Davon lassen sich die wenigsten vom Shoppen abhalten.

Die Maske beim Einkaufen ist seit letztem Donnerstag Pflicht im Kanton Zürich. Bereits seit einer Woche gilt die Massnahme in Basel-Stadt und Westschweizer Kantonen, ab Donnerstag gilt sie auch in Solothurn. Der Handel ist skeptisch. Die Swiss Retail Federation warnte etwa, eine allgemeine Maskenpflicht werde negative Konsequenzen für den Detailhandel haben. Sie führe zu weniger Umsätzen und tieferen Frequenzen. Manor-Chef Jérôme Gilg sagte vor zwei Wochen dieser Zeitung, die Maskenpflicht sei «sicher nicht verkaufsfördernd.» Auch ein Ausweichen in Kantone, in denen keine Pflicht herrscht, wurde befürchtet.

Dazu kam es nicht. So verzeichnete das Einkaufszentrum Shoppi Tivoli im aargauischen Spreitenbach am Freitag und Samstag zwar leicht höhere Frequenzen als üblich. Centerleiter Patrick Stäuble führt das aber auf das schlechte Wetter zurück. «Wir bemerken keinen Maskentourismus», sagt er. Allerdings seien einige Kunden verunsichert, ob sie eine Maske tragen müssten oder nicht. «Ich denke, es weiss nicht jeder, dass wir im Aargau stehen», sagt Stäuble. «Es sind ja auch nur drei Minuten zur Zürcher Grenze.»

«Sehr starke» Zahlen im Glattzentrum

Ähnlich tönt es im Seedamm-Center in Pfäffikon SZ. «Vereinzelt» wichen Menschen aus dem Kanton Zürich wegen der Maskenpflicht dorthin aus, sagt eine Sprecherin. Eine grössere Bewegung sei aber nicht festzustellen.

Dazu passen die Zahlen des umsatzmässig grössten Schweizer Einkaufszentrums Glatt in Wallisellen ZH. Dort gilt die Maskenpflicht. Sie scheint nicht zu stören. «Der Samstag war sehr stark. Wir hatten rund 45’000 Besucher, und die haben sich vorbildlich an die Pflicht gehalten», sagt eine Sprecherin. An durchschnittlichen Samstagen seien es 30- bis 40'000 Besucher.

Es sei spürbar, dass sich die Menschen dank Maske sicherer fühlten. Es gebe auch viel Rückmeldungen in diese Richtung. «Vor allem ältere Menschen trauen sich nun eher wieder an einen belebten Ort wie das Glatt», so die Sprecherin. «Wie schon bei den bisherigen Massnahmen des Bundes und Kantons wird auch die Maskenpflicht von den Kunden mit viel Verständnis entgegengenommen.»

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