Finanzkrise

Fannie Mae will nach neuem Milliardenverlust weitere Staatshilfe

Hauptsitz von Fannie Mae in Washington (Archiv)

Hauptsitz von Fannie Mae in Washington (Archiv)

Der US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae braucht nach einem weiteren Milliardenverlust noch mehr Hilfen des Staates. Im vierten Quartal habe das Minus 16,3 Milliarden Dollar erreicht, teilte das staatlich kontrollierte Institut nach US-Börsenschluss mit.

Deshalb würden noch einmal 15,3 Milliarden Dollar von der Regierung benötigt. Im dritten Quartal war der Fehlbetrag mit 18,9 Milliarden Dollar noch höher ausgefallen.

Der US-Marktführer rechnet auch im weiteren Jahresverlauf wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der schwachen Wirtschaftslage mit roten Zahlen. Die Belastungen durch Kreditausfälle erhöhten sich im abgelaufenen Vierteljahr auf knapp zwölf Milliarden Dollar.

Das Schwesterinstitut Freddie Mac verbuchte im vierten Quartal einen Verlust von 7,8 Milliarden Dollar, braucht aber keine neuen Finanzspritzen.

Bei Fannie Mae summiert sich das Minus für das vergangene Jahr auf 74,4 Milliarden Dollar. Sollte der Staat nochmals einspringen, erreicht seine Hilfe insgesamt 76,2 Milliarden Dollar.

Viele Hausbauer können in den USA ihre Schulden nicht zurückzahlen. Fannie-Mae-Chef Michael Williams nannte als wichtigstes Ziel, dass die Bewohner ihr Heim behalten und Zwangsversteigerungen verhindert werden können.

Die Krise am US-Immobilienmarkt ist die schlimmste seit den 1930er-Jahren des vorigen Jahrhunderts und war einer der Auslöser der Finanzkrise 2008.

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