Patrick Liotard-Vogt

Facebook für Millionäre

Patrick Liotard-Vogt: «Unsere gehobene Klientel legt wert auf Lifestyle.» (Bild: Nicolas Y. Aebi)

Patrick Liotard-Vogt

Patrick Liotard-Vogt: «Unsere gehobene Klientel legt wert auf Lifestyle.» (Bild: Nicolas Y. Aebi)

Patrick Liotard-Vogt, Jungunternehmer und Goldküstenspross, sagt, weshalb er «A Small World» übernimmt und was er mit dem sozialen Netz für Reiche vorhat.

Sven Millischer

Herr Liotard-Vogt, Sie übernehmen das Online-Netzwerk «A Small World» für einen zweistelligen Millionenbetrag. Warum?
Partick Liotard-Vogt: «A Small World» gibt es seit 2004. Die Online-Plattform hat sich inzwischen etabliert. Und dass man nur auf Einladung Mitglied werden kam, macht die Website für Werbekunden besonders attraktiv.

Inwiefern?
Liotard-Vogt: Auf den gängigen Community-Plattformen wie Facebook oder Myspace sind die Nutzer extrem heterogen. Hier kann sich «A Small World» abheben: Wir sind das einzige Portal dieser Art. Unsere Zielgruppe ist klar definiert.

Wer nutzt «A Small World»?
Liotard-Vogt: Studien besagen, dass unsere Mitglieder durchschnittlich 300 000 Euro pro Jahr verdienen. Das dürfte etwa hinkommen. Also eine gehobene Klientel, die Wert auf Lifestyle legt und gerne reist.

Sie haben die Internet-Plattform zusammen mit zwei Geschäftspartnern gekauft. Wer sind die beiden?
Liotard-Vogt: Zwei ausgewiesene Internet-Profis: Leandro Sanchez hat Geschenkidee.ch gegründet und letztes Jahr an Ringier verkauft. Und Heiner Grütter ist ebenfalls Unternehmer und war bei Students.ch und Usgang.ch mit dabei.

Wie kam der Deal zustande?
Liotard-Vogt: Wir verhandeln seit letztem Februar mit dem Management in New York. Zunächst war nur eine Zusammenarbeit mit «The World's Finest Clubs» geplant.

«A Small World» gehörte Harvey und Bob Weinstein. Hatten Sie auch mit den legendären Hollywood-Produzenten direkt Kontakt?
Liotard-Vogt: Ja, selbstverständlich. Gerade gestern war ich noch bei Harvey, um die letzten Presse-Details zu klären.

Die Weinstein-Brüder sind berühmt für ihren Geschäftssinn. Weshalb sollten sie «A Small World» abstossen wollen?
Liotard-Vogt: Die Weinstein-Company hat klar kommuniziert, dass sie sich voll auf das Filmgeschäft konzentrieren möchte.

«A Small World» ist im Moment keine Erfolgsstory. Letztes Jahr wurde das Personal um 40 Prozent gestutzt und die Werbeeinnahmen schrumpften um 10 Prozent.
Liotard-Vogt: Wir müssen den Turnaround schaffen. Bereits im vierten Quartal wollen wir profitabel arbeiten. Genau diese Ausgangslage macht das Engagement spannend. Das ist es, wonach ich suche.

Wie wollen Sie das Steuer herumreissen?
Liotard-Vogt: «A Small World» soll künftig nicht nur durch Werbeeinnahmen finanziert werden. Wir wollen zum Beispiel kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaften einführen.

Bezahlinhalte haben bisher einen schweren Stand im Internet.
Liotard-Vogt: «A Small World» will nicht für Online-Inhalte Geld verlangen, sondern für konkrete Angebote in der realen Welt. Zum Beispiel Rabatte für Hotelübernachtungen oder Klubbesuche.

«A Small World» hat im Moment 500 000 Mitglieder, Facebook rund 300 Millionen. Gibt Ihnen das nicht zu denken?
Liotard-Vogt: Nein, aber eine halbe Million Members ist definitiv zu wenig. Wir wollen in den 200 grössten Metropolen der Welt vertreten sein, Pro Stadt 10 000 Mitglieder, das sollte unser Ziel sein.

Und wie wollen Sie die gut betuchte Klientel erreichen?
Liotard-Vogt: Zum Beispiel über Ambassadoren, die in wichtigen Städten über das Netzwerk verfügen und die «A Small World»-Community gezielt ausbauen können.

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