Schweizer Franken

Ex-SP-Präsident Peter Bodenmann fordert Anbindung des Frankens an den Euro

SP-Mann Peter Bodenmann hat klare Vorstellungen zum Schweizer Franken. (Archiv)

SP-Mann Peter Bodenmann hat klare Vorstellungen zum Schweizer Franken. (Archiv)

Der ehemalige SP-Präsident und Wirtschaftspolitiker Peter Bodenmann meint: «Wenn wir die endlose Aufwertung des Frankens, die Tausende Arbeitsplätze zerstört, stoppen wollen, dann sollten wir den Frankenkurs an den Euro binden.»

«Wenn wir die endlose Aufwertung des Frankens, die Tausende Arbeitsplätze zerstört, stoppen wollen, dann sollten wir den Frankenkurs an den Euro binden», sagt der ehemalige SP-Präsident und Wirtschaftspolitiker Peter Bodenmann in der Zeitung «Der Sonntag».

Er erlebt als Hotelier in Brig zurzeit hautnah, wie dramatisch ein Euro-Kurs von nur noch Fr. 1.25 ist. «Für unseren Tourismus hat das verheerende Folgen. Diese zeigen sich aber erst in den nächsten Monaten», prognostiziert er. Demgegenüber kenne Tourismus-Konkurrent Österreich dank Euro diese Probleme nicht.

Bodenmanns Zeuge für seine Forderung nach einem fixen Wechselkurs ist kein Geringerer als Thilo Sarrazin, der ehemalige deutsche Bundesbanker und umstrittene Bestseller-Autor. Sarrazin sagte Anfang November im «Sonntag»-Interview: «Die Nationalbank sollte die Aufwertung des Frankens verhindern. Ein stabiler Wechselkurs zum Euro wäre ein einfaches Mittel, um die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft und des Tourismus zu bewahren.»

Wäre es überhaupt machbar, den Wechselkurs zu fixieren? Jan-Egbert Sturm, Leiter der ETH-Konjunkturforschungsstelle, sagt im «Sonntag»: «Für ein Land wie die Schweiz wäre es sicherlich möglich, seine Währung glaubwürdig an den Euro zu koppeln. Die Niederlande und Österreich haben das über lange Zeit mit ihren Währungen gegenüber der D-Mark getan. Derzeit macht Dänemark das Gleiche mit dem Euro», so Sturm.

«Technisch gesehen hätte die Nationalbank (SNB) einzig die Aufgabe, in den Wechselkursmarkt einzugreifen, um den fixierten Wechselkurs zu halten. Wenn das klar kommuniziert und in der Folge entsprechend gehandelt wird, dann sollte das kein technisches Problem sein.» Im Jahr 2009 sei man schon relativ nahe an solch einer Situation gewesen. «Erst, als die SNB ihre Politik Richtung laufender Aufwertung anpasste, nahm die Spekulation zu und stellte sich im vergangenen Sommer wieder ein völlig flexibler Wechselkurs ein.»

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