Der Schlüsselzins für die Versorgung der Finanzwirtschaft mit Zentralbankgeld liegt seit Mai auf diesem rekordniedrigen Niveau. EZB-Päsident Jean-Claude Trichet wird die Gründe für den Beschluss vor der Presse erläutern.

Analysten erhoffen sich von ihm Hinweise, wie und wann die EZB ihre Politik des billigen Geldes beenden will. Mit einem deutlichen Schwenk in der Geldpolitik in den nächsten Monaten rechnet allerdings niemand, da die Währungshüter noch eine Weile abwarten dürften, ob sich die konjunkturelle Erholung als nachhaltig erweist.

Bevor die Notenbank an der Zinsschraube dreht, wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach zunächst die massive zusätzliche Unterstützung für die Finanzwirtschaft wieder zurücknehmen, die sie wegen der Krise eingeführt hatte.

Die Bank von England teilte mit, dass sie zusätzlich Wertpapiere im Gesamtwert von bis zu 25 Mrd. Pfund (42,18 Mrd. Franken) ankaufen wird.

Sie hatte erst kürzlich ihr Programm über 175 Mrd. Pfund abgeschlossen. Analysten hatten mit einer Ausweitung gerechnet. Mit dem Kauf von Wertpapieren stellt die Zentralbank Finanzsystem und Wirtschaft zusätzliches Geld zur Verfügung.

Sie will damit den Geldkreislauf wieder in Schwung bringen, der wegen der Krise ins Stocken geraten ist. Ihren Leitzins beliessen die Notenbanker erwartungsgemäss bei rekordniedrigen 0,5 Prozent.