Internationaler Handel

EU-Parlament ebnet Weg für bislang grösstes Freihandelsabkommen

Ab 1. Februar 2019 keine Zölle auf japanische Autos mehr: Das EU-Parlament sagt Ja zum Freihandelsabkommen mit Japan. (Symbolbild)

Ab 1. Februar 2019 keine Zölle auf japanische Autos mehr: Das EU-Parlament sagt Ja zum Freihandelsabkommen mit Japan. (Symbolbild)

Eigentlich wollte die EU mit den USA die grösste Freihandelszone der Welt schaffen. Doch seit in Washington Donald Trump herrscht, ist daran nicht mehr zu denken. Jetzt startet nächstes Jahr ein anderes Riesenprojekt.

Das Freihandelsabkommen der EU mit Japan kann am 1. Februar 2019 in Kraft treten. Das Europaparlament gab am Mittwoch nach langen internen Diskussionen die noch ausstehende Zustimmung. Das japanische Parlament hatte bereits zuvor für das Projekt votiert.

Das Abkommen werde spürbare Vorteile für Unternehmen und Landwirte bringen, sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Sorgen, dass Umwelt- und Verbraucherstandards oder Arbeitnehmerrechte eingeschränkt werden könnten, seien unbegründet.

Der Freihandelsabkommen mit Japan ist das grösste, das die EU bislang geschlossen hat. Der seit 2013 vorbereitete Pakt soll Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, um das Wachstum anzukurbeln und neue Jobs zu schaffen. Japan ist nach den USA und China die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt und damit ein sehr interessanter Absatzmarkt für europäische Unternehmen. Zusammen zählen die EU und Japan rund 635 Millionen Einwohner.

Kein Zoll mehr auf japanische Autos

Konkret sieht das Freihandelsabkommen zum Beispiel vor, dass europäische Nahrungsmittelproduzenten künftig verarbeitetes Schweinefleisch, aber auch bestimmte Käsesorten und Wein zollfrei nach Japan einführen können. Die japanische Seite ist hingegen vor allem an den vorgesehenen Zollsenkungen für Industriegüter - insbesondere Autos - interessiert. Auf Personenfahrzeuge aus japanischer Fertigung wird derzeit eine Abgabe in Höhe von 10 Prozent erhoben, auf Nutzfahrzeuge gibt es Zölle in Höhe von 10 bis 22 Prozent.

Im Europaparlament hatte es zuletzt noch Diskussionen um das Abkommen gegeben, weil sozialdemokratische Abgeordnete den Umgang Japans mit Normen der Internationalen Arbeitsorganisation kritisch sehen. Die Bedenken konnten aber von einer extra dafür eingerichteten Arbeitsgruppe der japanischen Regierung entkräftet werden. Letztlich stimmten im EU-Parlament 474 Abgeordnete für und 152 gegen das Abkommen. 40 enthielten sich.

Als Grund für das letztlich sehr klare Ergebnis galten auch die derzeitigen Handelskonflikte mit den USA. "Unsere Abstimmung für ein umfassendes Partnerschaftsabkommen ist gleichzeitig auch eine Kampfansage an die "America-First"-Politik von US-Präsident Donald Trump", kommentierte der SPD-Politiker Bernd Lange als Vorsitzender des Handelsausschusses. Das Europaparlament setze ein wichtiges Zeichen für eine regelbasierte Handelsordnung.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1