Insgesamt sind in den 47 grössten börsenkotierten Konzernen der Schweiz die Chef-Gehälter um 22 Prozent geschrumpft, wie eine Ethos-Studie über Managerlöhne der in den Börsen-Indizes SMI und SMIM gelisteten Unternehmen aufzeigt.

Geschäftsleitungsmitglieder erhielten im Schnitt 2,4 Mio. Franken. Verwaltungratspräsidenten, die nicht zugleich Konzernchefs sind, wurden durchschnittlich mit 2 Mio. Franken entlöhnt, während einfache Verwaltungsräte 300'000 Franken bekamen.

Die drei Topverdiener waren aber Konzernlenker mit Doppelmandat: Daniel Vasella verdiente beim Basler Pharma-Riesen Novartis mit 40,3 Mio. Fr. gar ein Fünftel mehr als 2007. Der Pharmakonzern Roche bezahlte Franz Humer 15,3 Mio. Franken, während der Nahrungsmittelmulti Nestlé Peter Brabeck mit 14,8 Mio. Franken entlöhnte.

Humer und Brabeck beschränken sich seit dem vergangenen Jahr auf den Posten des VR-Präsidenten in ihren Unternehmen. Dies fordert Ethos nun auch erneut von Vasella, indem sie an der Novartis-Generalversammlung nächstes Jahr das Ende seines Doppelmandats durchsetzen will.

Ethos bemängelt, dass die Konzerne ihre Aktionäre über ihre Vergütungspraxis im Unklaren lassen: "Trotz Krise hat sich in puncto Transparenz nicht viel geändert", sagte Ethos-Direktor Dominique Biedermann vor den Medien in Zürich. Die Information übersteige selten das gesetzliche Minimum.

So kritisiert die Stiftung, deren über 80 Mitglieder vor allem schweizerische Pensionskassen sind, dass der wichtige Vergütungsbestandteil aus Aktien und Optionen häufig nicht von Leistungskriterien abhängig gemacht werde, um die Titel definitiv zu erwerben.