Credit Suisse

Ethos fordert die Abwahl von CS-Präsident Urs Rohner

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Die Anlagestiftung Ehtos will CS-Präsident Urs Rohner abwählen. Die Generalversammlung von Ende April verspricht Spannung.

Der Druck auf Urs Rohner, als Verwaltungsratspräsident der Grossbank Credit Suisse zurückzutreten, wird immer grösser. 2011 wurde er an die Spitze der Bank gewählt, nachdem er zwei Jahre lang als Vizepräsident geamtet hat. Als er damals von den alten CS-Doyens um Walter Kielholz nicht auf Anhieb zum Präsidenten gemacht wurde, empfand er das als entwürdigend, sagen enge Weggefährten des heutigen CS-Präsidenten.

Seine Bilanz nach sechs Jahren an der Spitze der zweitgrössten Schweizer Bank ist gemessen an harten Kennzahlen niederschmetternd. Der Kurs der Aktien halbierte sich. In sechs Jahren erzielte die Bank einen kumulierten Gewinn von 1,85 Milliarden Franken (pro Jahr sind das gut 300 Millionen). In den letzten zwei Jahren schrieb die Bank einen Verlust von 5,6 Milliarden Franken.

In der Schweiz wurde fast jede fünfte Stelle gestrichen. Die Bank musste über 10 Milliarden Franken an Rückstellungen für Rechtsfälle vornehmen. 7,4 Milliarden Franken wurden für Rechtsfälle bezahlt. Rohner kann die schlechte Performance nicht seinen Vorgängern in die Schuhe schieben. Die Bussen gehen zum Teil auf Verfehlungen zurück, die in die Zeit fallen, als Rohner noch oberster Jurist der Bank war; ein Amt, das er ab 2004 innehatte. So persilweiss, wie Rohner es immer wieder behauptet, scheint seine Weste nicht zu sein.

Kragen geplatzt

Jetzt scheint den Aktionären der Kragen zu platzen. Nachdem diese Woche bereits der Stimmrechtsvertreter Glass Lewis die Ablehnung der Managervergütungen und die Abwahl sämtlicher Mitglieder des Entschädigung-Komitees forderte, doppelt die Schweizer Aktionärsvertreterin Ethos nach: Wie deren Chef Vincenz Kaufmann im Interview erklärt, soll Urs Rohner aus dem Verwaltungsrat abgewählt werden. Mit ihm auch der Vizepräsident Richard E. Thornburgh , ein früherer Investmentbanker der CS.

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat, dass der Verwaltungsrat der Grossbank trotz Milliardenverlusten die Bezüge und Boni fürs Management und für sich selbst erhöht hat. Urs Rohner begründete die Zahlungen in einem Interview mit der «Weltwoche» mit den Worten, wonach es «wichtig zu wissen» sei, dass die Vergütungen an die Geschäftsleitung nur dann in ihrer vollen Höhe ausbezahlt würden, «wenn der zukünftige Erfolg sich einstellt und die langfristigen Ziele auch wirklich erreicht werden».

Tidjane Thiam

Laut Ethos ist diese Argumentation auch inhaltlich falsch. Erreicht Konzernchef Tidjane Thiam seine Ziele, wird er gemäss Geschäftsbericht sogar noch mehr erhalten als die bislang kommunizierten 11,9 Millionen Franken. Die Generalversammlung der Credit Suisse findet am 28 April statt. Sie verspricht die spannendste Aktionärsversammlung seit Jahren zu werden. Mit Ethos und Glass Lewis haben sich zwei Stimmrechtsvertreter mit erheblichem Einfluss gegen den Verwaltungsrat gestellt.

Allein werden sich Ethos und Glass Lewis jedoch nicht durchsetzen können. Mit Spannung wird auf die Empfehlung des Stimmrechtsvertreters ISS gewartet. Wird dieser sich ebenfalls gegen den Verwaltungsrat stellen, dann sind die Chancen nicht unrealistisch, dass zumindest die Millionenentschädigungen abgelehnt werden könnten. Urs Rohner könnte seinen Kopf nochmals aus der Schlinge ziehen, da Glass Lewis ihn nochmals wählen wird.Kommentar auf der Meinungsseite

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