Rita Schneider

Die heute bald 50-jährige Bätterkinder Turnhalle ist in die Jahre gekommen. Ein Sicherheitscheck brachte zu Tage: Der bestehende Standard entspricht nicht mehr den heutigen Vorschriften. Sicherheitsrisiken - wie zu tiefe Fensterbrüstungen, die hervorstehenden Heizkörper, sowie Deckenteile, die eine Gefahr darstellen - wurden bemängelt.

Zusätzlich genügt das Gebäude den heutigen Anforderungen an den Energieverbrauch bei weitem nicht mehr. Die Isolation der Hülle und die Metallrahmen der Fenster lassen nämlich die
Wärme verflüchtigen.

Neubau oder Sanierung?

Soll ein Neubau realisiert werden oder tut es eine Sanierung der bestehenden Halle? Mit dieser Frage hat sich Bätterkindens Gemeinderat eingehend befasst. Eine Sanierung der bestehenden Halle würde rund 1,25 Millionen Franken kosten, aber keine Verbesserung darstellen. Die Kosten für einen ausgelagerten Neubau inklusive Landerwerb und der zusätzlichen Erschliessung würden sich gemäss Schätzungen im zweistelligen Millionenbereich bewegen - und damit den finanziellen Rahmen der Gemeinde sprengen.

Das Bätterkinder Architektenteam Hunziker, Siegenthaler, Zaugg, erarbeitete nun eine machbare Lösung: Die zur Abstimmung gelangende Variante ist als «guter Kompromiss» zu betrachten, der auch finanziell tragbar sein sollte, wie der zuständige Gemeinderat Thomas Nyffenegger (SVP) vorsichtig-optimistisch erklärte.

Diese sieht vor: Die sich zu zwei Dritteln im Boden befindliche untere Halle bleibt bestehen, während die obere Halle zurückgebaut wird und einem aufgesetzten Neubau einer Zweifachturnhalle Platz macht. Das Projekt hat den Vorteil, dass kein zusätzlicher Boden verbaut werden muss und gleichzeitig ein Teil der bestehenden Infrastruktur (WC, Duschen sowie Geräteraum) integriert werden kann. Die Kosten für dieses Projekt, über das an der Urne abgestimmt wird, belaufen sich auf rund 6,5 Millionen Franken.

Auf dem unteren Teil der bestehenden Turnhalle wird eine Doppelturnhalle - nach Osten und Westen pilzförmig ausragend - erstellt. Das dadurch neu überdeckte Terrain im Osten (entlang der Solothurnstrasse) ist als Unterstand für Fahrräder vorgesehen, während der Westteil als zusätzlicher, überdeckter Pausenraum genutzt werden soll. Die neue Halle kann mit einer Trennwand unterteilt werden und wird zusätzlich über eine zweckmässige Zuschauergalerie verfügen.

Verschiedene Nebenräume, wie zusätzliche Garderoben, Duschen und Geräteräume sind in diesem Konzept auch vorgesehen. Die Dachkonstruktion wird analog den Hallen in Utzenstorf und Kirchberg aus Holz erstellt. Damit Minergiestandard erreicht wird, muss auch der bestehende Teil der Halle neu isoliert werden. Zusätzlich wird das Brauchwasser für die Duschen mittels Solarenergie aufgeheizt. «Es gibt keine Luxusausführung», sagte Gemeinderat Beat Linder (SVP). Vielmehr entstünde ein zweckdienlicher Bau, welcher der Schule und den Vereinen dienen solle.

Baubeginn soll 2011 erfolgen

Der Kostenrahmen von 6,5 Millionen Franken sei an und für sich verkraftbar, so Nyffenegger. Allerdings seien in den nächsten Jahren allein wegen der vorgeschriebenen harmonisierten Abschreibungen defizitäre Rechnungen zu erwarten. Die vom Kanton geforderten drei Steuerzehntel (zirka eine Million Franken) als Reserve könnten voraussichtlich auch mit dem Steuerfuss von 1,64 Einheiten erfüllt werden.

Bleibt noch die Frage des Abstimmungsdatums. Dieses werde vom Gemeinderat anlässlich der nächsten Sitzung festgelegt, versicherte Linder. Ob noch Ende November oder dann erst im März 2010 über das Hallenprojekt an der Urne abgestimmt wird, hat auf die Terminierung der Bauarbeiten keinen Einfluss.

Die Baueingabe ist für Frühjahr 2010 vorgesehen. Mit der Erteilung der Baubewilligung wird im Herbst des gleichen Jahres gerechnet. Der eigentliche Baubeginn erfolgt dann im Februar/März 2011, der definitive Bezug ist auf den Schuljahresgbeginn 2012 vorgesehen. Ab Winter 2011 sollte die untere Halle wieder genutzt werden können.

Während der Bauzeit von rund eineinhalb Jahren müssen sich die Schule und die Vereine nach Alternativen umsehen. «Wir werden den Turnunterricht so oft als möglich im Freien durchführen», sagte Tanja Imhof, Lehrerin und Mitglied der Spezialkommission Turnhalle. Möglichkeiten gebe es viele, und zusätzlich seien die Fühler nach Utzenstorf ausgestreckt worden.

Für diese Zeit sei Flexibilität und Spontanität der Lehrkräfte gefragt. Der gleichen Meinung war Marco Schneider, der für die turnenden Vereine sprach: «Wir werden uns arrangieren und gerade für die Jugi und Mädchenriegen Alternativprogramme auf die Beine stellen.» Weitergehende Abklärungen - so die Benutzung von Turnhallen in den Nachbardörfern - seien noch nicht vorgenommen worden.

Grosse Zustimmung für Projekt

Viele Anwesende äusserten sich positiv zum vorgelegten Projekt. «Persönlich finde ich das Bauvorhaben gut», sagte Jean-Michel Rossi, Präsident der SP Bätterkinden-Kräiligen. Die Partei werde sich an der nächsten Versammlung eingehend damit befassen und danach eine Stellungnahme abgeben. Ebenfalls positiv äusserte sich Barbara Thürkauf, Präsidentin der SVP: «Ich hoffe nur, dass der finanzielle Rahmen eingehalten wird.» Die SVP werde dieses Geschäft ebenfalls an der nächsten Parteiversammlung diskutieren.