Coronavirus

Erneut starker Anstieg der Virus-Todesfälle in China

Immer mehr Menschen fallen dem Coronavirus in China zum Opfer - es sind bereits über 360 Personen diesbezüglich ums Leben gekommen. (Symbolbild)

Immer mehr Menschen fallen dem Coronavirus in China zum Opfer - es sind bereits über 360 Personen diesbezüglich ums Leben gekommen. (Symbolbild)

China hat den bisher stärksten Anstieg von Todesfällen sowie von Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. An der Lungenkrankheit seien erneut 57 Menschen verstorben, teilte die Gesundheitskommission am Montag in Peking mit.

56 der neuen Todesfälle seien in der Provinz Hubei und einer in der Gemeinde Chongqing gemeldet worden, hiess es. Damit sind nun offiziell 361 Todesfälle in China zu beklagen.

Die Zahl der bestätigten Infektionen kletterte den Angaben zufolge um 2829 auf 17'205. Weltweit sind rund 180 Fälle in etwa zwei Dutzend Ländern bestätigt.

Gleichzeitig zeigte sich die Weltgesundheitsorganisation WHO über die Informationsflut zum Coronavirus besorgt gezeigt. Der Ausbruch des Erregers 2019-nCoV sei von einer "massiven Infodemie", einer Überschwemmung an Informationen begleitet worden, teilte sie am Sonntagabend in Genf. Einige Informationen seien korrekt, andere allerdings nicht.

WHO reagiert auf Falschinformationen

Da die Flut an Informationen es vielen Menschen schwer mache, zwischen Mythen und Fakten zu unterscheiden, hat die WHO eine grosse Informationskampagne auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien gestartet. Darin beantwortet sie etwa Fragen wie: Kann das Essen von Knoblauch gegen das Coronavirus helfen. Antwort: Dafür gibt es keinen Beleg.

Auch der Rauch von Feuerwerk helfe nicht gegen den Erreger, schreibt die WHO. Die Annahmen von Briefen oder Päckchen aus China sei hingegen ungefährlich. Das Virus überlebe nicht lange auf und in solchen Objekten.

Auf einer gesonderte Webseite rät die WHO unter anderem zum regelmässigen Händewaschen, auch wenn die Hände "nicht sichtbar dreckig" seien. Erkrankte sollten in die Armbeuge oder in ein Taschentuch niesen und letzteres in einen geschlossen Abfalleimer werfen.

Fertiggestelltes Spital

China und weitere Länder sowie Firmen fahren die Massnahmen gegen das Virus derzeit hoch. So ist das erste von zwei neuen chinesischen Spitälern zur Isolation von Coronavirus-Erkrankten in Wuhan nach nur acht Tagen in Bau fertiggestellt. Die ersten Patienten würden am Montag erwartet, berichten Chinas Staatsmedien am Montagmorgen.

Das Spital "Huoshenshan" ("Feuergott Berg") umfasst 1000 Betten. Mehr als 7500 Arbeiter seien an dem Schnellbauprojekt beteiligt, hiess es weiter. Das zweite Spital "Leishenshan" ("Donnergott Berg") mit 1600 Betten soll am 05. Februar eröffnet werden. Die Pläne für die Bauprojekte stammen von einem ähnlichen Schnellbau in Peking aus dem Jahr 2003 zur Bekämpfung des SARS-Virus.

Japan habe zudem bereits mit der Entwicklung von Schnell-Tests zur Frühdiagnostik von infizierten Personen begonnen, erklärte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Montag. Und der britische Arzneimittelhersteller GlaxoSmithKline arbeitet mit der weltweiten "Coalition for Epidemic Preparedness Innovations" (CEPI) zusammen, um die Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Ausbruch des Coronavirus zu unterstützen. GSK stelle seine "adjuvante Plattformtechnologie" für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das 2019-nCoV-Virus zur Verfügung, heisst es in einer gemeinsamen Erklärung von GSK und CEPI von der Nacht auf Montag.

Keine nationale Betroffenheit

Chinesische Fachleute rechnen nunmehr erst später als bisher erwartet mit dem Höhepunkt der Coronavirus-Epidemie in der Volksrepublik. "Wir gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Epidemie in zehn Tagen bis zwei Wochen erwartet wird", sagte der Chef des nationalen Expertenteams im Kampf gegen das Coronavirus, Zhong Nanshan, nach Angaben chinesischer Staatsmedien vom Montag. Dafür müssten aber vorbeugende Massnahmen verstärkt werden. "Wir dürfen in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen."

Damit korrigierte der bekannte Experte seine bisherige Vorhersage von vor einer Woche, als er den Höhepunkt noch für Ende dieser Woche vorhergesagt hatte. Warum er den Zeitpunkt jetzt doch weiter in die Zukunft verschieben musste, sagte Zhong Nanshan jedoch nicht.

Obwohl die Ausbreitung des neuartigen Erregers zunimmt und das Virus bereits in jeder Provinz und Region Chinas nachgewiesen ist, rechnet er nach eigenen Worten nicht mit einem "nationalen Ausbruch". "Es könnte eher nur ein partieller Ausbruch sein", sagte Zhong Nanshan.

Der Experte verwies auf radikale Massnahmen wie die Einschränkung der Bewegungsfreiheit für mehr als 50 Millionen Menschen in Zentralchina, verlängerte Ferien, Fieberkontrollen, abgesagte Veranstaltungen und persönliche Vorsichtsmassnahmen, die bei den Bemühungen helfen dürften.

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