Selbstmordserie

Ermittlungen gegen France Télécom nach Selbstmordserie

France Télécom wegen schlechten Arbeitsbedingungen am Pranger (Archiv)

France Télécom wegen schlechten Arbeitsbedingungen am Pranger (Archiv)

Nach einer aufsehenerregenden Selbstmordserie bei France Télécom hat die französische Justiz erstmals Ermittlungen gegen das Unternehmen aufgenommen. Es werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft in Besançon mit.

Neben dem Telekom-Unternehmen ist auch der Chef der Niederlassung im Visier, wo sich im vergangenen August ein Techniker das Leben genommen hatte. Der Mann hinterliess einen Abschiedsbrief, in dem er die Arbeitsbedingungen als Grund für seine Tat nannte.

Nach Angaben des Unternehmens haben sich in den vergangenen beiden Jahren 32 Beschäftigte von France Télécom das Leben genommen. Gewerkschaften gehen von höheren Zahlen aus.

Ein kürzlich veröffentlichter Untersuchungsbericht erhebt schwere Vorwürfe gegen die mittlerweile abgelöste Konzernspitze. Darin ist unter anderem von Mobbing-Methoden die Rede. Auf Warnungen von Gewerkschaften, Betriebsärzten und Krankenkassen sei völlig unzureichend reagiert worden. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern 22'000 Stellen gestrichen.

Am 1. März hat der durch die soziale Krise stark geschwächte Didier Lombard die Führung der Konzerngeschäfte an Stéphane Richard abgegeben. Er ist jedoch weiter Verwaltungsratschef.

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