Peter Rombach

Der berühmte rote Faden durchzog alle Referate: In einer wirtschaftlichen Krise braucht es neben Durchstehungsvermögen auch die Bereitschaft, sich zu spezialisieren, Nischen zu finden, Qualität zu bringen. «Diversifikation» nannte dies der Aargauer Landammann Roland Brogli als Gastredner am Wirtschaftsforum «Erfolgssignale». Trotz der Rezession und einer «schleppenden Erholung» gelte es, den Blick nach vorne zu richten. Mit «massiven Investitionshilfen» trage der Kanton Aargau dazu bei, in den nächsten Jahren die mittelständische Wirtschaft zu fördern. Brogli sprach von total 250 Millionen Franken Steuererleichterungen bis 2011.

Stadtammann Franco Mazzi als Patronatsgeber der Veranstaltung erachtete es in seinem Grusswort für wichtig, nach Wegen für einen Aufschwung zu suchen. Bürgermeister Rolf Karrer aus dem badischen Rheinfelden meinte, dass Visionen auch Grundlagen haben müssten, dass nur Zusammenarbeit in vielen Bereichen auch zum wirtschaftlichen Erfolg führen könne. Die Moderatorin des Abends, die Radioredaktorin Lisa Mathys, warb für «fortschrittliches Denken».

Aus der Sicht von Daniel Heiz, Unternehmer und Buchautor, stellt sich Erfolg nicht zufällig ein, sondern resultiert aus Verantwortung, eigener Leistungsbereitschaft und Zufriedenheit. Er wünschte sich «positive Menschen», die nicht «zwanghaft» am Leben teilnehmen.

Konzentration aufs Wesentliche

Selbstdisziplin und Mut seien allerdings erforderlich, um voranzukommen, um sofort neue Ideen aufzugreifen. Sich auf das Wesentliche konzentrieren, nicht aufgeben, sich der eigenen Qualitäten bewusst sein mahnte er an. «Man muss sich stets überlegen, woher der Gegenwind kommt.» Wer sich für etwas begeistere, müsse voll einsteigen, dann habe er schon gewonnen, meinte Daniel Heiz.

Der Medienwissenschafter und Internetexperte Christoph Glauser beleuchtete die immer wichtiger werdende Suche im Internet und die dortige Präsentation von Unternehmen. Er behauptete, der Suchmaschinenmarkt befinde sich im Umbruch, die «digitale Marktforschung» sei nicht mehr aufzuhalten. Auch angesichts der im Netz stehenden sozialen Networks.

Heike Isenschmid, Finanzcoach und Buchautorin, beschäftigte sich mit «Chancen und Umsetzung eines alternativen Geldsystems». Die Ursachen der momentanen Wirtschaftskrise würden nicht ausreichend untersucht, meinte sie. Kreditklemme und Inflationsgespenst stünden an der Wand, erzeugten Ängste. Skeptisch zeigte sie sich gegenüber Bestrebungen, Banken zu verstaatlichen: «Da werden nur neue Monopole geschaffen, die Vielfalt scheidet aus.» Letztlich seien aber in jedem Preis auch teure Zinsen enthalten, die der Endverbraucher eben zahle.

Tausch- und Leihgemeinschaften

Die Referentin präsentierte einen Lösungsansatz in Richtung eines «komplementären Geldsystems», nämlich den ständigen Austausch von Waren und Dienstleistungen. «Das Geld muss fliessen.» Am Beispiel einer schwedischen Bank erläuterte sie, dass «Tausch- und Leihgemeinschaften funktionieren». Die Nachhaltigkeit im wirtschaftlichen Verhalten gewinne künftig an Bedeutung, so Heike Isenschmid, die sich dafür aussprach, einen «Produktionszyklus zu schaffen, der wieder ins Produkt geht».

Der Experte für Medienrhetorik, Markus Knill, ermunterte sein Publikum, «die innere Einstellung auf einen Punkt zu bringen». Seine Kernbotschaft: Einen roten Faden haben, konzentriert sein, Mut zum Vereinfachen, Feuer und Flamme in jeder Situation entwickeln, Lockerheit bewahren. Insbesondere: «Bleiben Sie sich treu, bringen Sie fassbare Argumente, die an Beispielen festgemacht sind.»