Trotz Krise wird die Auftragslage von den meisten Gewerbevereinen als noch genügend beurteilt. Doch nicht alle Gewerbetreibenden im Freiamt schätzen die Lage gleich ein. Seit letztem Dezember führt der Aargauische Gewerbeverband bei seinen Mitgliedern Umfragen durch. Nun liegen die Resultate des KMU-Barometers zum ersten Quartal in diesem Jahr vor.

Die AZ Freiamt erhielt Einblick in die Resultate des Bezirks Bremgarten. Während die aktuelle Auftragslage beispielsweise im Kelleramt noch als gut angesehen wird, sind die Gewerbetreibenden auf dem Mutschellen und in Bremgarten skeptischer. Sie erachten die Auftragslage schon jetzt als ungenügend. «Auf dem Mutschellen läuft das Gewerbe nicht schlechter als anderswo, trotzdem darf man auch nicht blauäugig sein», sagt Christoph Fuchs.

Der Präsident des Gewerbevereins Mutschellen geht davon aus, dass die Unterschiede auf den jeweiligen Gewerbemix in den Regionen zurückgeführt werden können.

Weniger Angestellte

Einig sind sich die Gewerbevereine darin, dass die Krise das Freiamt erst im nächsten Jahr voll treffen wird. Alle gehen von einem leichten bis starken Rückgang der Auftragslage im nächsten Jahr aus. Diese Beurteilung hat auch Auswirkungen auf die Frage nach dem Mitarbeiterbestand. Hier rechnen die Unternehmer mit einer Abnahme.

Nur die Häggliger und die Sarmenstorfer gehen davon aus, dass der Mitarbeiterbestand im nächsten Jahr unverändert bleibt. «Wir haben viele kleine Handwerksbetriebe und sind nur wenig industriell geprägt», ist Andre Meier vom Sarmenstorfer Gewerbeverband überzeugt. Aber auch er schliesst nicht aus, dass einzelne Betriebe Mitarbeiter entlassen oder Kurzarbeit einführen. Es gäbe aber schon noch florierende Branchen.

Bisher habe er noch nicht von extremen Entlassungen gehört, sagt Michel Wagner. Der Präsident des Wohler Handwerker- und Gewerbevereins sagt, dass er in Wohlen noch von keinem Unternehmen gehört hat, dass Kurzarbeit einführen musste. In Muri wurden jedoch zum Teil schon Mitarbeiter entlassen oder Kurzarbeit eingeführt, wie Roland Bütler vom Gewerbeverein bestätigt. Davon seien nicht nur Grossbetriebe, sondern zum Teil auch Kleinstbetriebe betroffen. Die Krise habe das Freiamt sehr schnell getroffen.

Kritik am KMU-Barometer

Einige Gewerbevereine äussern auch Kritik am KMU-Barometer. Es sei zu wenig repräsentativ. Der Gewerbeverein Muri und Umgebung hat sogar ganz auf die Umfrage verzichtet. Grundsätzlich wäre man schon an den Antworten interessiert, man habe aber befürchtet, dass die Umfrage nur spärlich beantwortet würde. «Wenn nur wenige Unternehmer teilnehmen, bringt das nichts», sagt Roland Bütler. Auch andere Vereine haben keine wirkliche Umfrage bei den Mitgliedern durchgeführt. Meist hat der jeweilige Vorstand den Fragebogen ausgefüllt.