Mit der Richemont-Gruppe seien mehrere Lösungen ausgehandelt worden, um Entlassungen zu reduzieren, teilte die Gewerkschaft Unia am Mittwoch mit. So solle Personal intern und extern umgeschult werden, Mitarbeitende können vorzeitig in Pension gehen oder sie werden unterstützt, wenn sie freiwillig gehen.

"Wir haben zwar 200 Personen gerettet, aber keine 200 Arbeitsplätze", sagte Pierluigi Fedele, bei der Unia verantwortlich für die Uhrenindustrie, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Immerhin seinen diese Personen nun nicht abhängig von der Arbeitslosenkasse. Aber weil Richemont am Stellenabbau festhalte, stehe der Arbeitsmarkt in der Uhrenindustrie weiterhin in Frage.

Für die rund 90 Entlassenen haben Gewerkschaft und Arbeitgeber parallel zu den erwähnten Verhandlungen einen verbindlichen Sozialplan ausgearbeitet. Eine Stellungnahme von Richemont zu den Verhandlungsergebnissen steht noch aus.

Die Massnahmen sollen innerhalb der nächsten sechs Monate umgesetzt werden, hiess es auf Seiten der Gewerkschaft. Deshalb könne man erst in einigen Monaten Bilanz über den Erfolg ziehen.

Ende Februar hatte Richemont Medienberichte bestätigt, wonach 300 Stellen gestrichen oder fünf Prozent der schweizerischen Belegschaft entlassen werden sollten. Betroffen sind mehrere Standorte der Uhrenmarken Piaget, Vacheron Constantin und Cartier in der Westschweiz. Richemont begründete den Abbau mit der schwierigen Lage in der Uhrenbranche, dem starken Franken und dem bedeutenden Rückgang im europäischen Tourismus.

Bei Cartier werden nun knapp 50 Personen entlassen, bei Vacheron Constatin in Genf zehn Mitarbeitende und bei Piaget sind etwa 20 Personen betroffen, präzisierte Fedele.