Flugsicherheit

Engadiner Flugplatz führt obligatorischen Lern-Anflug ein

Pilotinnen und Piloten müssen künftig den Anflug auf Samedan üben (Archiv)

Pilotinnen und Piloten müssen künftig den Anflug auf Samedan üben (Archiv)

Nach mehreren Unfällen in den vergangenen Jahren müssen Piloten, die den Engadiner Flugplatz Samedan anfliegen wollen, künftig einen Einweisungsflug absolvieren. Das sieht das neue Sicherheits-Konzept vor, das das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) gutgeheissen hat.

Der Einweisungsflug am höchstgelegen Flugplatz Europas muss unter Aufsicht eines Fluglehrers stattfinden, wie das BAZL am Dienstag mitteilte. Die Vorschrift gilt für Piloten von mehrmotorigen Flugzeugen und von Jets. Zudem wurde für diese Flugzeugklassen die notwendige Mindestsicht bei Landungen von eineinhalb Kilometern auf fünf Kilometer erhöht.

Für Piloten von einmotorigen Flugzeugen gelten weniger strenge Vorschriften. Sie brauchen keinen Einweisungsflug, müssen ihren ersten Anflug auf Samedan aber bei guten Wetterbedingungen durchführen.

Nachweis der Flugpraxis

Segelflugpiloten müssen eine gewisse Flugpraxis nachweisen. Weiter müssen alle Piloten alljährlich ein Briefing im Internet durchführen und einen Online-Test bestehen.

Das BAZL hatte den Flugplatz Samedan im Dezember 2010 nach dem Absturz eines Businessjets angewiesen, das nun vorliegende Einweisungs-Konzept zu erarbeiten. Die meisten darin vorgesehenen Massnahmen wurden schon unmittelbar nach dem Unfall diskutiert.

Bevor das neue Konzept in Kraft tritt, führt das BAZL dazu eine Anhörung durch. Das Amt plant, das neue Regime Mitte Dezember 2011 einzuführen.

In Samedan stellt nicht nur die Höhe von rund 1700 Meter über Meer besondere Anforderungen an die Piloten, sondern auch die Lage des Flugplatzes inmitten von Dreitausendern. Die Piloten haben wenig Raum zum Manövrieren, die Flugzeuge wegen der dünneren Luft weniger Leistung und weniger Auftrieb.

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