Chemie

EMS mit Gewinn- und Umsatzrückgang - Jede 10. Stelle abgebaut

Chemiekonzern Ems mit Umsatzrückgang

Chemiekonzern Ems mit Umsatzrückgang

Der Spezialchemiekonzern EMS hat wegen der globalen Wirtschaftskrise im ersten Halbjahr massiv weniger verdient und umgesetzt. Der Personalbestand wurde seit anfangs 2008 um gut 10 Prozent abgebaut.

Der Umsatz schrumpfte um 35,3 Prozent auf 541 Mio. Franken, der Betriebsgewinn reduzierte von 136 auf 71 Mio. Franken. Der operative Cash flow (EBITDA) stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 3 Mio. auf 131 Mio. Franken.

Die weltweite Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern habe historische Tiefstwerte erreicht, sagte EMS-Chefin Magdalena Martullo an der Präsentation des Halbjahresabschlusses in Domat/Ems.

Vor allem die für EMS besonders wichtige Automobilindustrie habe einen starken Einbruch erlebt, und der Abbau der Lager auf allen Stufen der Lieferkette habe die Nachfrage zusätzlich reduziert.

EMS habe sich frühzeitig auf einen Konjunkturabschwung eingestellt, Kostensenkungsprogramme seien schon im April 2008 umgesetzt worden. Organisation, Abläufe, Produktions- und Lagermengen wurden der tieferen Nachfrage angepasst.

Da diese Massnahmen abgeschlossen seien, könne sich EMS im Markt auf das Wachstum von Spezialiäten konzentrieren und Neugeschäfte weiter vorantreiben. Besonders positiv entwickelten sich Metallersatz-Anwendungen mit neuen Kunststoffen.

Dennoch erwartet Martullo aufgrund des schlechten wirtschaftlichen Umfelds im ganzen Jahr 2009 einen Umsatz und ein Betriebsergebnis, die deutlich unter dem Vorjahr liegen.

In der Schweiz sank die Zahl der Beschäftigten in den letzten anderthalb Jahren laut Martullo von 1130 auf 979. Weltweit ging der Personalbestand von anfangs 2008 bis Ende Juni 2009 von 2231 auf 1966 Beschäftigte zurück.

Es habe nur einzelne Entlassungen und Frühpensionierungen gegeben, versicherte Martullo. Der im April 2008 erlassene Personalstopp sei diese Woche aufgehoben worden. In Domat/Ems arbeiteten Ende Juni noch 120 Beschäftigte kurz. Im Januar waren es noch 570 gewesen.

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