Spezialchemie

Ems Chemie mit gutem Ergebnis trotz Frankenstärke

Fanden die vergangenen Monate regen Absatz: Materialien von Ems, die beispielsweise bei der Herstellung von Smartphonegehäusen eingesetzt werden. (Archivbild)

Fanden die vergangenen Monate regen Absatz: Materialien von Ems, die beispielsweise bei der Herstellung von Smartphonegehäusen eingesetzt werden. (Archivbild)

Das Spezialchemie-Unternehmen Ems hat mit der Publikation eines überraschend guten Ergebnisses die Saison der Halbjahresbilanzen von Schweizer Industriefirmen eröffnet. Der Umsatz schrumpfte zwar wegen der Frankenstärke. Der Betriebsgewinn stieg aber deutlich.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres erwirtschaftete das von Magdalena Martullo-Blocher geführte Unternehmen einen Umsatz von 969 Millionen Franken. Das entspricht einem Rückgang um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Umsatz in Lokalwährungen stieg dagegen um 4,4 Prozent, während die Verkaufsmenge gar um 8,0 Prozent ausgeweitet werden konnte, wie aus der Mitteilung vom Freitag hervorgeht.

Neben stark negativen Währungseinflüssen schmälerten auch rohstoffbedingte Verkaufspreisnachlässe den Umsatz in Schweizer Franken. Es sei aber gelungen, bei einer eher verhalten positiven Konjunktur das Geschäft mittels Neugeschäften auszubauen.

Trotz der Umsatzeinbussen vermeldet das Unternehmen aus dem Bündnerland ein höheres Betriebsergebnis als im Vorjahr. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) nahm um 5,4 Prozent auf 226 Millionen Franken zu.

Dafür verantwortlich seien die kräftig gesteigerten Verkaufsmengen und weltweite Effizienzsteigerungen, heisst es im Communiqué. Diese Faktoren hätten den negativen Währungseinfluss von minus 12 Prozent überkompensiert. Einen Reingewinn gibt Ems Chemie im Halbjahr nicht bekannt.

Prognose erhöht

Für die Zukunft gibt sich das Unternehmen weiter zuversichtlich: Der Umsatz dürfte 2015 zwar währungsbedingt leicht tiefer liegen als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis (EBIT) werde aber voraussichtlich leicht höher ausfallen, hiess es. Bisher hatte Ems einen gehaltenen EBIT in Aussicht gestellt.

Die Analysten zeigen sich positiv überrascht. Im Schnitt hatten sie laut der Finanznachrichtenagentur AWP lediglich mit einem Umsatz von 965 Millionen und einem EBIT von 216 Millionen Franken gerechnet. Die Ems-Aktie notierte um 10 Uhr ein Kursplus von 3,7 Prozent.

Der Vontobel-Analyst erklärte, er habe damit gerechnet, dass die Halbjahreszahlen ein positiver Katalysator für die Ems-Aktien sein würden. Das Ergebnis sei jedoch sogar noch besser ausgefallen als erwartet.

Auch der Analyst von J. Safra Sarasin wertete das Ergebnis als solide und den Ausblick als positiv. Das Unternehmen habe seine Produktion und Logistik offenbar schnell anpassen können, um den starken Franken zu kompensieren.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1