Wirtschaft

Emmi glänzt in der Schweiz – und liegt deutlich über den Erwartungen

Gut unterwegs: Emmi-Produktionsstandort in Emmen.

Gut unterwegs: Emmi-Produktionsstandort in Emmen.

Der Luzerner Milchverarbeiter kann im ersten Halbjahr trotz Corona zulegen und bleibt auch für den weiteren Jahresverlauf «verhalten optimistisch». Dabei profitiert das Unternehmen vor allem von seiner breiten Aufstellung.

(gr) Emmi kommt bisher gut durch die Krise. Der Luzerner Milchverarbeiter war im ersten Halbjahr gut unterwegs und hat die Erwartungen der Analysten bei Umsatz, Betriebsergebnis (Ebit) und Reingewinn deutlich übertroffen. Konkret hat das Unternehmen in der Periode von Januar bis Juni Produkte für 1,77 Milliarden Franken verkauft, wie der am Mittwoch publizierten Semesterbilanz zu entnehmen ist. Dies entspricht einem Plus von 6,6 Prozent; organisch – also bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte – waren es plus 2 Prozent.

«Unser Geschäftsmodell mit einem diversifizierten Produkte- und Länderportfolio, starken Marken sowie einer agilen Organisation hat sich auch unter schwierigen Bedingungen bewährt. Es freut mich sehr, dass wir dank dem unermüdlichen Engagement unserer Mitarbeitenden jederzeit lieferfähig waren und so auch in einem äusserst schwierigen Umfeld wachsen konnten», wird Emmi-CEO Urs Riedener in einem Communiqué zitiert.

Zum Wachstum trugen beim grössten Milchverarbeiter des Landes insbesondere ein starkes Retailgeschäft im Heimmarkt, wichtige Markenkonzepte wie Emmi Caffè Latte sowie das Geschäft in strategischen Nischen bei. Der Corona-bedingte Einbruch im Food-Service-Geschäft belastete insbesondere den Umsatz der Division Americas, die schwer von der Pandemie betroffen ist.

Auf Stufe Ebit verbesserte sich das Resultat um 6,4 Prozent auf 112 Millionen Franken, womit die entsprechende Marge unverändert bei 6,3 Prozent zu liegen kam. Die Vorjahreswerte wurden dabei aufgrund der Änderung in der Rechnungslegungspraxis angepasst. Derweil ging der Reingewinn um 6,5 Prozent auf 81,3 Millionen Franken zurück.

Positive Entwicklung von Caffè Latte überrascht

Emmi profitierte nicht nur von einem starken Detailhandelsgeschäft als Folge der verstärkten Nachfrage nach heimischen Produkten, sondern auch vom zeitweisen Wegfall des Einkaufstourismus während des Lockdowns. Nicht zuletzt trug auch die Milchpreisentwicklung dazu bei. Die veränderte Nachfrage zeigte sich nach Angaben des Unternehmens über alle gewichtigen Segmente, wobei insbesondere die positive Entwicklung bei Caffè Latte überrascht hat.

Nach dem positiven ersten Semester gibt sich Emmi auch für das Gesamtjahr 2020 «trotz beträchtlicher Unsicherheiten verhalten optimistisch» – auch wenn eine Erholung in den für Emmi wichtigen Märkte wie den USA, Brasilien, Mexico oder Chile zurzeit noch nicht absehbar sei. Man stelle sich deshalb auf ein «unverändert volatiles und wettbewerbsintensives Umfeld» ein, heisst es.

Die Wachstumsprognose (organisch) für den Konzernumsatz wird entsprechend vom ursprünglich Anfang März kommunizierten Zielwert (2 bis 3 Prozent) auf 0,5 bis 1,5 Prozent gesenkt. Die Ebit-Prognose von 255 bis 265 Millionen Franken für das Gesamtjahr 2020 erachte man derweil zwar als «äusserst ambitioniert, aber bei stabilem Erholungsverlauf weiterhin erreichbar». An der ursprünglichen Prognose für die Reingewinnmarge (4,8 bis 5,3 Prozent) hält Emmi fest.

Meistgesehen

Artboard 1