Emmi-Chef: «Wir haben 40 000 Kühe zu viel»

Emmi-Chef: «Wir haben 40 000 Kühe zu viel»

Emmi-Chef Urs Riedener.

Emmi-Chef Urs Riedener kann zufrieden sein

Emmi-Chef Urs Riedener.

Der Milchüberschuss bereitet dem Chef des grössten Schweizer Milchverarbeiters Emmi, Urs Riedener, Sorgen. Den Hauptgrund sieht er darin, dass die aktuell 708 000 Schweizer Kühe immer produktiver werden.

«Seit 2006 geben die Kühe etwa 5 bis 6 Prozent mehr Milch», sagt Riedener im Interview mit der Zeitung «Sonntag». «Das führt zu dieser Mehrmenge. Insofern bräuchte es heute also 5 bis 6 Prozent weniger Kühe. Oder anders gesagt: Wir haben rund 40 000 Kühe zu viel.»

Bauernsohn Riedener plädiert für einen Abbau der Überschüsse, indem die Butter künstlich verbilligt und dann exportiert wird. Um den Fehlbetrag auszugleichen, ist die Branchenorganisation Milch zurzeit daran, von allen Beteiligten eine Solidaritätsabgabe einzutreiben. «Leider hat es verschiedene Marktakteure, die voraussichtlich nicht mitmachen», kritisiert Riedener.

Er rügt auch Konkurrenten, die den vereinbarten Milchpreis von aktuell 65 Rappen pro Kilogramm unterbieten. «65 Rappen sind ein vernünftiger, marktfähiger Preis. Das Problem ist, dass einige Milchverarbeiter das Gefühl haben, sie könnten kurzfristig die Milch günstiger einkaufen und am Markt profitieren. Das ist ein Trugschluss. Es dauert nur zwei Wochen, und dann ist das allgemeine Preisniveau tiefer. Denn wenn jeder über den Preis einkaufen geht, bei zu viel Menge, die wir aktuell haben, dann sinkt der Preis schlagartig.»

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