Liberty Global

Elefantenhochzeit in der Telekombranche: UPC-Besitzerin will nun Sunrise kaufen

Ist nun doch zur Übernahme bereit: Sunrise soll von Liberty Global, der Besitzerin von UPC, übernommen werden.

Ist nun doch zur Übernahme bereit: Sunrise soll von Liberty Global, der Besitzerin von UPC, übernommen werden.

Sunrise empfiehlt seinen Aktionären, ein Übernahmeangebot von Liberty Global anzunehmen. Die UPC-Besitzerin bietet 6,8 Milliarden Franken. Noch letzten Herbst wollte Sunrise die Kabelnetzbetreiberin UPC kaufen.

(sat) Durch die Übernahme werde «ein stärkerer landesweiter konvergenter Herausforderer» entstehen, wirbt der Verwaltungsrat von Sunrise am Mittwoch in einer Mitteilung für die Übernahme. Das neue Unternehmen werde in der Lage sein, «in allen Bereichen einschliesslich Glasfaser, Kabel, TV und Mobile» tätig zu sein. Laut Sunrise hat der Deal einen Wert von 6,8 Milliarden Franken und liegt damit 32 Prozent über dem Aktienkurs der letzten 60 Tage.

Nach dem allfälligen Kauf will Liberty Global den Telekomanbieter Sunrise von der Börse nehmen. Kommt die Übernahme zustande – dafür braucht es zwei Drittel der Sunrise-Aktien – steht diese zudem noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Laut Sunrise hat die geplante Übernahme derzeit auf ihre Kunden keine Auswirkungen.

«Der Zusammenschluss von Sunrise und UPC Schweiz wird den führenden Fixed-Mobile-Herausforderer auf dem Schweizer Telekommunikationsmarkt schaffen», wird Thomas D. Meyer in der Mitteilung zitiert. Laut dem Verwaltungsratspräsidenten werde das Unternehmen «über die Grösse und Infrastruktur» verfügen, «um gegen Swisscom anzutreten».

«Fantastische und einzigartige Gelegenheit»

Laut UPC-CEO Baptiest Coopmans schafft das öffentliche Übernahmeangebot «eine fantastische und einzigartige Gelegenheit, ein neues Unternehmen zu bilden, welches erhebliche Vorteile für Konsumenten und Unternehmen in der gesamten Schweiz» habe. Mit der Unterstützung des Mutterhauses Liberty Global habe UPC nun «die kritische Masse, um auf dem Schweizer Markt etwas zu bewegen», heisst es in einer Mitteilung der beiden Unternehmen. Der britische Medienkonzern Liberty Global gilt als grösster Breitbandanbieter weltweit.

Das Übernahmeangebot von Sunrise kommt überraschend, nachdem erst vergangenen Dezember Gespräche zwischen Liberty Global und Sunrise über ein Zusammengehen der Kabelnetzbetreiberin UPC und des Telekomkonzerns als definitiv beendet erklärt worden waren. Das hatte die Kabelnetzgruppe und UPC-Eigentümerin Liberty Global damals mitgeteilt. Zuvor war Sunrise beim Versuch gescheitert, UPC für 6,3 Milliarden Franken zu übernehmen.

Grösster Kritiker will Sunrise nun auch verkaufen

Die Unternehmensleitung musste den geplanten Deal aufgrund des Widerstand im Sunrise-Aktionariat abbrechen. Anfang Jahr dann nahm deswegen Konzernchef Olaf Swantee den Hut. Und im Frühling traten Verwaltungsratspräsident Peter Kurer sowie Vizepräsident Peter Schöpfer an der Generalversammlung zurück.

Wie Sunrise nun mitteilte, stehe auch der damalige Hauptkritiker Freenet AG hinter der jüngsten Elefantenhochzeit im Telekombereich. So habe sich die deutsche Grossaktionärin verpflichtet, ihre Beteiligung von gut 24 Prozent an UPC dem neuen Besitzer Liberty Global anzudienen, schreibt Sunrise.

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