Die Kapseln, die es in zwei Varianten gibt, sind für Nespresso-Maschinen konzipiert. Zudem sollen sie bald bei anderen Detailhändlern in den Regalen stehen.

In den Kapseln steckt portionierter, loser Blatt-Tee. Die Rezeptur dafür hat die die Forschungsabteilung von Ricola entwickelt. Hinzu kommen getrocknete Kräuter aus Schweizer Berggebieten. Über eine eigene Kapselfabrik verfügt die Firma, die in dritter Generation von der Familie Richterich geführt wird, allerdings nicht. So ist sie gezwungen, für die Herstellung über die Landesgrenze hinaus zu gehen: Die Teekapseln werden in Norditalien von einem Partner abgefüllt. Im Zehner-Pack kosten sie Fr. 4.90.

Nestlé hat eigenes Tee-System

Die Nespresso-Erfinderin Nestlé hat für ihren Tee ein eigenes System namens Special-T. Seit 2010 packt der Lebensmittelriese in der Fabrik in Orbe VD Tee in Alukapseln. Per Knopfdruck brühen die Special-T-Maschinen das Heissgetränk in weniger als zwei Minuten. Zum Fliegen kam das Geschäft bisher aber noch nicht – schon gar nicht im Vergleich zu den Kaffeekapseln. Dieses ist – auch dank Werbebotschafter George Clooney («Nespresso, what else?») für Nestlé zum margenstarken Blockbuster geworden.

Ricola hat sein Geschäft bereits früh auf Tee ausgeweitet. Seit 45 Jahren verkauft die Firma im In- und Ausland Instantpulver, und seit acht Jahren in der Schweiz auch Beutel-Tees. Sogar das Kapsel-Business ist nicht ganz neu für die Firma mit ihren rund 400 Angestellten: Seit 2010 verkauft Ricola in Italien Kapseln, die allerdings nicht mit losen Tee-Blättern, sondern mit löslichem Instant-Tee gefüllt sind.

Die Baselbieter sind bemüht darum, ihr jährliches 300-Millionen-Franken-Geschäft nicht nur auf die Bonbons abzustützen. So probierte Ricola vor einigen Jahren den Verkauf von Kaugummis. Diese blieben allerdings erfolglos. Stattdessen setzt die Firma nun stärker auf den Gesundheitsbereich. In den USA verkauft sie seit Herbst 2016 in über 18 000 Filialen Pastillen, die das Immunsystem stärken sollen (diese Zeitung berichtete). Und statt des umständlichen «Chrüterchraft»-Slogans setzt man in der Werbung neu auf den Spruch «Wish you well» – «Alles Gute».