Wirtschaft

Einkaufen soll während der Coronakrise auch am Sonntag möglich sein

Um genügend Abstand zu gewähren, sollen die Ladenöffnungszeiten auf sieben Tage die Woche ausgedehnt werden. (Symbolbild)

Um genügend Abstand zu gewähren, sollen die Ladenöffnungszeiten auf sieben Tage die Woche ausgedehnt werden. (Symbolbild)

Die liberale Denkfabrik Avenir Suisse fordert mehr Freiheiten für Unternehmen. Um die Krise zu bewältigen, sollten Ladenöffnungszeiten ausgedehnt und der Warentransport erleichtert werden.

(sku) Angesichts der Pandemiekrise sei mehr Flexibilität der Behörden gegenüber der Wirtschaft gefordert, finden die Autoren eines am Mittwoch veröffentlichten Analysepapiers von Avenir Suisse. Denn um unter den erschwerten Bedingungen sowie unter Einhaltung der verordneten Hygienevorschriften die Wirtschaftstätigkeit aufrechterhalten zu können, seien die Unternehmen auf regulative Vereinfachungen angewiesen.

Im umfangreichen Bericht analysieren die Autoren die gegenwärtige Situation in verschiedenen wirtschaftlichen Bereichen wie etwa Warentransport, Ladenöffnungszeiten oder Gesundheitswesen. Sie beleuchten dabei die bereits getroffenen ausserordentlichen Massnahmen und erarbeiten ausgehend davon weitere potenzielle Möglichkeiten, die zur Bekämpfung der Coronapandemie beitragen könnten.

Keine fixen Tages- oder Nachtzeiten mehr

Schweizerinnen und Schweizer seien zwar angewiesen, ihre Häuser so wenig wie möglich zu verlassen. Doch Einkaufen müsse man trotzdem noch. Das führe dazu, dass die Supermärkte laut Avenir Suisse zu sogenannten «Hot Spots» mutieren, in denen genügender Abstand zur Herausforderung wird.

Deshalb schlagen die Autoren vor, Produktion, Konsumation, Nachfrage und Angebot zeitlich und räumlich auf sieben Wochentage auszudehnen und nicht auf fixe Tages- oder Nachtzeiten zu limitieren. Angestellte müssten für Sondereinsätze natürlich entschädigt werden.

Wo Bedarf bestehe, soll laut Avenir Suisse zudem eine raschere Mobilisierung der Arbeitskräfte erfolgen können. Dazu bedürfe es einer Flexibilisierung des Arbeitsrechts und der Ladenöffnungszeiten. Auch die Logistik sollte im 24-Stunden-Turnus ermöglicht werden, um die inländischen Lieferketten zu stabilisieren. Zur Gewährleistung eines höheren Grades an Versorgungssicherheit sollte die Schweiz unilateral Zollschranken abbauen.

Die Pandemie hat laut Avenir Suisse auch den hohen Stellenwert von Online-Handel, Kurierdiensten und Liefer-Plattformen für die Gesellschaft aufgezeigt, obwohl deren Rolle bis vor kurzem immer wieder kritisiert worden sei. Die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns liessen sich mildern, wenn sich das innovative Segment der Plattformwirtschaft freier entwickeln könnte.

Möglichkeiten in den verschiedenen Bereichen:

  • Arbeitsgesetzgebung: unbürokratische Überlassung von Arbeitnehmenden, Einführung von «selbstständigen Angestellten», Lockerung der Nachtarbeitsbestimmungen.
  • Ladenöffnungszeiten: keine Einschränkung an den Werktagen zwischen 06.00 und 23.00 Uhr, vereinfachte Bewilligung für Nachtarbeit zwischen 23.00 und 06.00 Uhr, temporäre Aufhebung des Verbots, Läden an Sonntagen, öffentlichen Ruhetagen sowie offiziellen Feiertagen zu öffnen.
  • Gesundheitswesen: Plattformen für Ressourcen-Pooling, auf nicht zwingende Kontrollen der Krankenkassen und der Kantone bei Gesundheitsinstitutionen verzichten, freiwilliger Einsatz von ehemaligen (pensionierten) Mitarbeitern.
  • Grenzgänger: Schnellspuren für den Grenzübertritt, ungehinderte Ein- und Ausreise.
  • Warenverkehr: Temporäre Aufhebung des Sonntags- und Nachtfahrverbots, unilaterale Abschaffung der Industriezölle, Aussetzung der Zollerhebung.

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