Gaudenz Oetterli

Am 17. Juni ist es soweit. Dann werden Nationalrat Hans Grunder (Präsident BDP Schweiz) und Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf die Bürgerlich-Demokratische Partei des Kantons Solothurn aus der Taufe heben. Der designierte Vorstand steht bereit und innerhalb eines Monats haben 21 Interessierte ihren Beitrittswillen bekundet. Bis zur Gründung sollen es sogar mindestens 40 sein.

Einer der massgeblichen Anteil an der BDP-Gründung hat, ist Ernest Cavin aus Gossliwil. Er war es, der die Bemühungen der Schweizerischen Partei im Kanton und die Personensuche koordinierte. «Als ich der BDP Schweiz beitrat, wurde ich kurz darauf angesprochen, ob ich die Gründung der Kantonalsektion in die Wege leiten möchte», sagt Cavin. So sei der Stein im Februar ins Rollen geraten.

Partei in knapp vier Monaten aufgebaut

Es ist wohl kein Zufall, dass die BDP Schweiz sich an Ernest Cavin wandte. Cavin war früher politischer Sekretär der SVP Kanton Solothurn und Mitglied des Zentralvorstands der SVP Schweiz. Bis er zur Partei austrat und für längere Zeit politisch nicht aktiv war. «Ich bin damals aus der SVP ausgetreten, da sich die Partei in eine Richtung entwickelte, die mir nicht zusagte.»

Dass ihn die Politik nicht in Ruhe liess, zeigt die Gründung der BDP Kanton Solothurn. Innerhalb gut eines Monats hat er in Zusammenarbeit mit Generalsekretärin Nina Zosso genügend Leute für eine Gründung gefunden. «Wir sind erfreut über die Zusammenarbeit», lobt Zosso im Namen der Mutterpartei den designierten Präsidenten der Kantonalsektion, «das Ganze ging zügig voran.»

Laufend schickt die Generalsekretärin Cavin Namen von weiteren Mitgliedern der BDP Schweiz, die im Kanton Solothurn wohnen. Zu Beginn waren es 11 Interessierte, mittlerweile sind es 21. Und Cavin will noch mehr: «Bis zur offiziellen Gründung am 17. Juni wollen wir mindestens 30 bis 40 Mitglieder haben.»

Nach der Personensuche machte sich Cavin mit seinen neuen Vorstandskollegen daran, die Statuten und ein Positionspapier zu erarbeiten. «Gleich zu Beginn legten wir drei Grundprinzipien fest, um unsere Partei auf ein stabiles Fundament zu stellen: Respekt voreinander, Toleranz und Meinungsfreiheit», erklärt Cavin. In einer Partei mit so vielen verschiedenen Gesinnungen sei dies unabdingbar. «Wir wollen als Partei niemandem etwas auferlegen, Diskussionen zu allen Themen sollen erlaubt sein.»

Genügend Zeit für ein solides Fundament

Das Wählerpotenzial für die BDP Kanton Solothurn sieht Ernest Cavin klar bei Neuwählern: «Ich schätze, dass 10 bis 15 Prozent Wähleranteil möglich sind. Ein hoher Prozentsatz unserer Mitglieder war vorher noch nicht politisch aktiv und erschliesst somit neue Quellen.» Dennoch wird die BDP auch auf Wähleranteile der bestehenden Parteien angewiesen sein, will man die hoch gesteckten Ziele erreichen: Fraktionsstärke im Kantonsrat und Teilnahme an den Regierungsratswahlen. Diese Ziele sind nämlich explizit im Parteiprogramm festgehalten. «Immer vorausgesetzt, dass wir für die Personenwahlen valable Kandidaten finden», relativiert Cavin, «wir werden nicht auf Teufel komm raus jemanden stellen.»

Doch wieso wird die Partei erst jetzt gegründet, nachdem alle Wahlen vorbei sind? «Das ist Zufall. Es hat sich einfach so ergeben», erklärt Cavin und fügt an, dass der Zeitpunkt aber nicht einmal so schlecht sei: «Jetzt haben wir genügend Zeit, ohne Druck von bevorstehenden Wahlen die Partei aufzubauen. Zudem wird so unsere erste Wahl in zwei Jahren diejenige für den Nationalrat sein.» Ein Vorteil, da diese Wahl kantonal durchgeführt werde und es noch nicht gross auf Amtei- und Ortsparteien ankomme. «Somit haben wir insgesamt noch vier Jahre, um diese aufzubauen.»

Mit diesem Zeitplan kommt dann bei der ersten Wahl der BDP aber auch gleich der erste hohe Gradmesser. Im Parteiprogramm steht nämlich deutlich, dass die BDP an den National- und Ständeratswahlen teilnehmen will. Mit einem klaren Ziel: Ein Sitz im Nationalrat.