Nach der Fussball-Europameisterschaft im letzten Jahr und der Weltmeisterschaft der Eishockeyaner im vergangenen Frühling steht den Bernern erneut ein internationaler Sportgrossanlass bevor: Vom 24. bis 29. Januar 2011 wird die Postfinance Arena Austragungsort der Eiskunstlauf-Europameisterschaften sein. Der Schweizer Eislaufverband (SEV) organisiert die Wettkämpfe zusammen mit der Stadt und dem Kanton.

Die drei Partner haben sich auf eine gemeinsame Projektorganisation geeinigt. «Aus Effizienzgründen und auf ausdrücklichen Wunsch des SEV ist vorgesehen, die personellen Ressourcen von Stadt und Kanton direkt in das Organisationskomitee zu integrieren», teilten gestern Kanton und Stadt mit. Man könne dabei auf die Erfahrungen bewährter Kräfte zurückgreifen, die während der Euro 08 und der Eishockey-WM 09 gesammelt wurden.

Die Personen seien noch nicht bestimmt, sagt auf Anfrage Volkwirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (SP). Er selber werde nicht Einsitz in der Projektgruppe nehmen. «Wir wollen gar nicht allzu viel mitreden und Verantwortung übernehmen.» Wie der Anlass zu organisieren sei, werde vom internationalen Eislaufverband vorgegeben.

An das Veranstaltungsbudget der EM von 7,5 Millionen Franken wollen Kanton und Stadt je 500 000 Franken beisteuern. Der Regierungsrat hat den Kredit diese Woche bewilligt. Der städtische Beitrag muss noch vom Stadtrat abgesegnet werden.

Vor allem Russen

Regierungsrat und Gemeinderat sind überzeugt, mit dem Sportanlass den internationalen Bekanntheitsgrad Berns weiter erhöhen zu können. Die EM sei sowohl aus touristischer wie auch aus wirtschaftlicher Sicht interessant. Insbesondere für das Gewerbe böten sich lohnende Perspektiven in einer ansonsten weniger frequentierten Zeit.

Der SEV rechnet mit rund 45 000 Besuchern. Die EM soll laut Erwartungen von Touristikern rund 30 000 Übernachtungen generieren. Laut Rickenbacher ist ein zahlungskräftiges Publikum zu erwarten. «In Russland ist neben Eishockey auch Eiskunstlaufen populär», zieht er einen Vergleich zur Eishockey-WM. Besondere Sicherheitsmassnahmen seien nicht notwendig. (uz)