Ein Brutkasten für junge Forscher

Ein Brutkasten für junge Forscher

Bezugsbereit: Ein Grossraumbüro, zwei Labors und drei Einzelbüros stehen im Stücki Business Park bereit für Firmengründungen junger Forscher. Die Infrastruktur wurde von der Grossindustrie gesponsert.

Forschung

Bezugsbereit: Ein Grossraumbüro, zwei Labors und drei Einzelbüros stehen im Stücki Business Park bereit für Firmengründungen junger Forscher. Die Infrastruktur wurde von der Grossindustrie gesponsert.

Die Universität Basel und die Fachhochschule Nordwestschweiz unterstützen ihre Abgänger bei der Gründung von Hightechfirmen.

Andreas Maurer

«Schon nur aus Sicherheitsgründen ist es heute nicht mehr möglich, in der Garage sein eigenes Labor einzurichten», erzählt Peter Burckhardt, Geschäftsführer des Basler Inkubators. Im vierten Stock des modernen Stücki Business Parks ist es erst noch behaglicher als in einer Garage. Fast alles ist fertig: Nur noch die letzten Steckdosen fehlen.

Inkubator bedeutet Brutkasten. Im Basler Inkubator werden jedoch weder Hühner noch Frühgeborene ausgebrütet, sondern junge Firmen. Ein Büroplatz kostet nur 2000 Franken pro Jahr. Hinzu kommen Nebenkosten von etwa 1000 Franken. Darin inbegriffen ist die Benützung der Sitzungsräume und der beiden Labors. «So können die Forscher ihr Geld hauptsächlich in ihr Projekt investieren anstatt in die Infrastruktur», betont Burckhardt.

Für Erfinder und Tüftler

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Abgänger der Universität Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz mit einem technologischen Hintergrund. «Wenn jemand zum Beispiel während seiner Dissertation ein Thema entdeckt hat, kann er es hier weiterführen», erklärt Burckhardt. Seine Beratungsfirma «EVA - the Basel life sciences start-up agency» managt den Inkubator. Das Kürzel stammt noch aus der Zeit, als die Agentur ErfindungsVerwertung AG hiess. Das Privatunternehmen wird hauptsächlich von den Kantonalbanken beider Basel finanziert und stellt dem Inkubator die Löhne seiner Mitarbeiter nicht in Rechnung.

Die beiden Basler Hochschulen finanzieren den Inkubator gemeinsam mit 160000 Franken pro Jahr. Mitgetragen wird das Projekt vom Kanton Basel-Stadt. Regierungsrat Christoph Brutschin ist überzeugt, dass der Inkubator der Basler Wirtschaft wichtige Impulse versetzt. Neben der günstigen Infrastruktur profitieren Jungunternehmer im Inkubator von Beratung bei der Firmengründung. «Wir hinterfragen zu optimistische Projekte, ohne den Elan zu bremsen», sagt Burckhardt. Zum Erfolg des Inkubators soll auch das fruchtbare Umfeld beitragen: «Viele Ideen entstehen bei Diskussionen vor der Kaffeemaschine.»
In diesem geschützten Umfeld darf ein Spin-off maximal drei Jahre lang bleiben. «Wenn ein Projekt dann noch nicht auf eigenen Beinen steht, ist es besser, es abzubrechen», findet Burckhardt. Falls der Traum der Selbständigkeit bereits früher platzt, ist das in seinem Brutkasten nicht so tragisch wie anderswo. Die Verträge sind flexibel.
Die gleiche Idee wird bereits in mehreren Baselbieter Business Parcs umgesetzt. «Der Inkubator ist keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung dazu», unterstreicht Buckhardt.

Wie in einem Ameisenhaufen

«Ich bin zuversichtlich, dass es hier bald wuselt wie in einem Ameisenhaufen», sagt Gerda Huber, Direktorin der Life Sciences der Fachhochschule. Der Inkubator werde bald ausgelastet sein. Bis jetzt stehen sieben Projekte zur Diskussion. Drei stammen aus dem Umfeld der Uni und den Bereichen Internet, Physik und Medizin. In zwei Projekten der Fachhochschule sollen neue Arzneimittel entwickelt werden. Zwei weitere Projekteingaben stammen nicht aus dem Umfeld der Basler Wissenschaft. Solange genügend Platz vorhanden ist, werden auch solche Projekte aufgenommen. Im März sollen die ersten Firmen präsentiert werden. Burckhardt liebäugelt bereits mit einem Ausbau der 400 Quadratmeter Büro- und Laborflächen: «Der Rest des Stockwerks ist noch leer. Wir sind flexibel.»

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