Küchentechnik

Edles aus der Provinz fürs Hotel Dolder

Die Köche im Hotel Dolder zaubern seit der Wiedereröffnung des Fünfsternehotels in Simeta-Küchen.

Die Köche im Hotel Dolder zaubern seit der Wiedereröffnung des Fünfsternehotels in Simeta-Küchen.

Die 40-jährige Simeta verarbeitet 250 Tonnen Edelstahl pro Jahr. Das Unternehmen aus Niederwil punktet damit vor allem in der Küche. So haben die Freiämter etwa die Küche fürs neue Hotel Dolder in Zürich geliefert.

Edel, glänzend und unvergänglich. Das sind die Eigenschaften von Stahl. Die Materie lässt sich vielerorts einsetzen. Simeta hat sich auf die Verarbeitung von Stahl für Küchen spezialisiert. 250 Tonnen Edelstahl verarbeitet das Unternehmen aus Niederwil pro Jahr. Daraus entstehen modernste Gastronomie-Einrichtungen, die den Weg aus der Aargauer Provinz bis in die Küchen der bekanntesten Hotels und Restaurants der Schweiz finden.

Das Hotel Dolder in Zürich zum Beispiel: Seit im Jahr 2008 das rundum erneuerte Fünfsternhotel seine Türen wieder geöffnet hat, zaubern die Köche in Küchen von Simeta. Das Unternehmen war für alle Chromnickelstahlarbeiten im Dolder verantwortlich. «Wir haben 33 Räume mit Gastroeinrichtungen ausgestattet», sagt Geschäftsführer Juerg Wietlisbach stolz. 2004 hat er das Familienunternehmen von seinem Vater Franz Wietlisbach übernommen. Die logistische Herausforderung beim Dolder-Auftrag sei enorm gross gewesen.

Einer der grössten Aufträge in der Geschichte

Dabei habe sich die Art und Weise, wie Simeta arbeite, als grosser Vorteil erwiesen: «Von der Planung über die Produktion bis hin zur Installation und zum Service – wir bieten alles aus einer Hand», sagt Wietlisbach. Im Schweizer Küchenmarkt sei seine Firma einer der wenigen Anbieter, die dies machen würden. Egal ob Restaurant- oder Privatküche, ob Laden- oder Laborbau, ob Sideboard oder Wandschrank: Simeta stellt die Produkte aus Edelstahl her.

Dabei sei der Dolder-Auftrag einer der grössten der Geschichte gewesen, so Wietlisbach. Zuvor hat die Niederwiler Firma unter anderem die Küchen im Hallenstadion Zürich, im Hotel Drei Könige in Einsiedeln oder im Grand Casino Baden eingerichtet.

Glace-Stationen für alle

Begonnen hat alles ganz klein: 1971 gründete Franz Wietlisbach mit einem Partner die Firma Simeta. Acht Mitarbeiter zählte der Betrieb beim Start. Der Name Simeta setzt sich aus «si» für «ja» auf Italienisch und «meta» für die Abkürzung von Metall zusammen. «Am Anfang haben wir Edelstahlprodukte für grosse Küchenunternehmen gefertigt», erzählt Juerg Wietlisbach. Unternehmen wie zum Beispiel Franke haben bei Simeta eingekauft.

In den 80er-Jahren entwickelte Simeta eine neuartige Glace- und Dessertstation und schaffte damit den Durchbruch. Die Stationen fanden reissenden Absatz: «In den 80er-Jahren haben alle unsere Glace- und Dessertstationen gekauft», erinnert sich der Simeta-Geschäftsführer. Ende der 80er-Jahre erreichte Simeta mit der Glace-Station Sorbeta in der Schweiz einen Marktanteil von 80 Prozent.

Erst in den 90er-Jahren positionierte sich die Firma als Gesamtanbieter. «Heute sind wir einer oder sogar der führende Anbieter in diesem Bereich.» Aus 8 Mitarbeitern sind 55 geworden. Auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern werden die Edelstahlküchen in der Niederwiler Fabrikationsstätte hergestellt.

Seit kurzem produziert Simeta neben Gastronomie-Installationen auch Hygieneeinrichtungen für Spitäler und Arztpraxen. Zudem stellt die Firma auf Kundenwunsch diverse Komponenten für den Ladenbau her – beispielsweise eine gekühlte Fleischauslage für eine Metzgerei, einen Wärmeschrank für eine Snack-Bar oder eine Chromstahlabdeckung für die Arbeitsfläche eines Blumengeschäfts.

Starker Franken «eher ein Vorteil»

Da Simeta fast ausschliesslich im Binnenmarkt tätig ist – 99 Prozent des Umsatzes werden in der Schweiz erzielt –, leidet die Firma nicht unter der Währungssituation. Im Gegenteil: «Der starke Franken ist für uns eher ein Vorteil», sagt Wietlisbach. Ein Grossteil der Gerätschaften und des Produktionsmaterials kaufe man im europäischen Raum ein. «Da profitieren wir natürlich vom tiefen Euro-Kurs.» Wietlisbach hat deshalb für die Zukunft keine Sorgen. «Die Perspektiven für 2011 sind gut, unsere Auslastung liegt sogar 6Prozent über dem Vorjahr.»

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