Weil das Zürcher Verlagshaus Tamedia das Schweizer Geschäft von Edipresse bis im Jahr 2013 schrittweise übernehmen will, musste Edipresse bei der Buchhaltung andere Massstäbe ansetzen.

So wurden nur noch die Erträge aus dem internationalen Geschäft (Osteuropa, Spanien und Asien), aus dem Luxusbereich sowie dem Magazin "Bilan" erfasst. Diese sind insgesamt um 20 Prozent auf noch 91,3 Mio. Fr. eingebrochen, wie Edipresse mitteilte.

Die verbleibenden Schweizer Produkte, die an Tamedia übergehen - unter anderem die Tageszeitung "Le Temps -, mussten separat ausgewiesen werden. Sie litten vor allem unter der Werbeflaute. So ist der Umsatz um 18 Prozent auf 173,6 Mio. Fr. gesunken.

Rechnet man die beide Bereiche zusammen (pro forma-Basis), erwirtschafteten sie einen Umsatz von 264,9 Franken. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 385,3 Mio. Franken.

Für den Umsatz-Rückgang machte Edipresse unter anderem auch den Verkauf der portugiesischen Aktivitäten im ersten Halbjahr 2008 verantwortlich. Zudem hätten sich Währungseinflüsse negativ ausgewirkt. Auf pro-forma-Basis blieb ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 11,7 Mio. (Vorjahr: 35,4 Mio) Franken.

Sowohl für das zweite Halbjahr 2009 als auch für 2010 sei es praktisch unmöglich, verlässliche Prognosen abzugeben, teilte Edipresse weiter mit. Das Unternehmen werde den Fokus weiterhin auf Qualität und innovative Angebote legen und die eingeleiteten, Kostensenkungsmassnahmen weiterverfolgen. Damit erhofft sich Edipresse 2010 eine Rückkehr in die Gewinnzone.