Zugegeben: Auch Superreiche müssen ganz schön tief in die Tasche greifen, um auf diesem Anzeigenportal zu shoppen. Die Rede ist von «Posh», der Anzeigenplattform bei Bloomberg. Sie ist eine zusätzliche Dienstleistung, die den Kunden von Bloomberg vorbehalten ist.

Für das Finanzdatenterminal blättern diese jährlich 20 000 Dollar oder gut 18 000 Franken hin – mindestens. Je nach Service-Paket kann es auch mehr sein. Dafür erhalten sie Finanzdaten oder Börsenkurse in Echtzeit – und den Zugriff auf die Secondhand-Shopping-Plattform. Was es im digitalen Flohmarkt alles zu kaufen gibt, hat das Online-Magazin «Buzzfeed» für Aussenstehende zugänglich gemacht.

Von Diamantringen, Rolex-Uhren, Pelzmänteln über Porsches, Jachten und Jets bis hin zu Villen und Schlössern finden Interessenten alles, was nach Luxus klingt. Da bietet jemand eine Rolex aus der 2014er-Kollektion an. Im Original kostet sie 30 000 Franken. Für die Secondhand-Variante zahlt man 21 000 Franken. Wer sich für das goldige Stück interessiert, kann dem Käufer direkt ein Mail schreiben.

US-Präsidenten-Jeep zu haben

Manchmal zeigt sich der Luxus aber auch als emotionaler Wert. So verkauft jemand den Original-Jeep des früheren US-Präsidenten und Weltkriegsgenerals Dwight D. Eisenhower. Über den Preis schweigt sich der Verkäufer aus, verweisst aber auf die Facebook-Seite Ike’s Jeep. Gegen eine solche Rarität wirken die Mercedes, Ferraris und Porsches fast schon gewöhnlich, selbst wenn sie aus einer Sonderkollektion stammen.

Wer lieber zu Wasser unterwegs ist, findet möglicherweise in der Liste der Boote und Flugzeuge das Richtige. Doch das Beste sind definitiv die Immobilien: Für 18,2 Millionen Franken bietet ein Bloomberg-Nutzer seine Villa in Mallorca zum Kauf an. Die nicht abschliessende Ausstattung: 10 Schlafzimmer, 9 Bäder, Privatkino, Fitnessraum, Innen- und Aussenpool, Tennisplatz, Helikopterlandeplatz, Karpfenteich.

Toppen kann dieses Angebot nur noch ein mittelalterliches Schloss in Italien für 24,3 Millionen Franken. Es besitzt einen Weinberg, Olivenhain, Golfplatz, Tennisclub und natürlich einen Helikopterlandeplatz.

Schade nur, dass die Plattform keine Bilder zeigt. Ihre Aufmachung erinnert eher an die Teletextseiten, die Otto Normalerverbraucher aus dem Fernsehen kennt: schwarzer Hintergrund mit weissem Lauftext und roten Stichworten. Hin und wieder lässt sich ein blau hinterlegter Link anklicken, der dann auf eine bebilderte Seite führt.

Schlösser, Helikopter und Kunst

Wer seinen Helikopter oder sein Schloss nicht mehr braucht; wer die Nase voll hat vom Gemälde, das schon seit zehn Jahren an der Wand hängt, kann seine Sachen auch andernorts los werden. Auf Jamesedition.com, dem «Weltweiten Marktplatz für Luxus», wie es auf dem Portal heisst, können Privatpersonen ihre Sachen ohne Gebühren verkaufen. Hier findet sich das eine oder andere Schnäppchen: Das Schloss aus dem 15. Jahrhundert gibt es schon für sechs Millionen Franken, allerdings ohne Weinberg oder Olivenhain.

Wer für einen Helikopter mit edler Innenausstattung kein Vermögen ausgeben will, kann ein Occasion-Modell aus dem Jahr 2003 für zwei Millionen Franken auf «James Edition» kaufen. Das gute Stück steht im englischen Oxford zum Abholen bereit.

Ähnlich wie auf Bloombergs «Posh» findet sich auf der Seite alles, was das Luxusherz begehrt. Doch im Gegensatz zu «Posh» ist die Auswahl um einiges grösser, denn hier können nicht nur Privatpersonen inserieren, sondern auch Unternehmen ihre Privatjets, Helikopter oder Villen anpreisen.

Hat man seinen Privatjet, die Traum-jacht und die Villa gekauft, so dürfte man bereits wieder reif für die Insel sein. Auch dafür gibt es natürlich eine Seite.

Eine Insel für jedermann

Auf dem Online-Portal vladi-private-islands.de finden sich die neusten Angebote für Privatinseln rund um den Globus. Im Vergleich zu den Schlössern handelt es sich oft um echte Schnäppchen. Im kanadischen British Columbia gibt es eine 64 Hektar grosse bewaldete Insel namens Heard Island zu kaufen. Kostenpunkt: 1,3 Millionen Franken. Das Land ist allerdings noch nicht erschlossen.

Ganz anders die «Isla Centinela» für 4,3 Millionen Franken: Sie liegt im Becken von Bergullio eine Stunde von der spanischen Hauptstadt Madrid. Im Preis inbegriffen ist ein Schloss. Wem das zu teuer ist, kann mittels Filter Inseln unter 600 000 Franken finden – echte Schnäppchen also.