Luftfahrt

Easyjet lädt vier Passagiere aus, weil Flieger Übergewicht hat

Easyjet-Passagiere verlassen ein Flugzeug: Fürs Nicht-Fliegen gabs für vier Personen 100 Pfund. (Symbolbild)

Easyjet-Passagiere verlassen ein Flugzeug: Fürs Nicht-Fliegen gabs für vier Personen 100 Pfund. (Symbolbild)

Ein Airbus A319 von Easyjet ist zu schwer für den Start, weil zu viele Männer an Bord sind. Vier Passagiere lassen sich überreden, einen späteren Flug zu nehmen – sie werden dafür mit 100 Pfund entschädigt.

Airlines müssen Männer mit einem Gewicht von 88 Kilogramm veranschlagen, Frauen mit 70 Kilo und Kinder mit 35 Kilo. So schreiben es die europäischen Sicherheitslinien vor. Aus diesen Durchschnittswerten errechnen Fluggesellschaften das Gesamtgewicht der Passagiere auf einem Flug. Zusammen mit dem Leergewicht des Jets selbst, dem getankten Treibstoff, der Fracht, dem Gepäck und dem angenommenen Gewicht des Handgepäcks ergibt sich am Ende das Startgewicht. Je nach Flugzeugtyp, Pistenlänge und Wetterverhältnisse darf es grösser oder kleiner sein. Genau diese Berechnung wurde Easyjet nun zum Verhängnis.

Wie das Branchenportal Aerotelegraph.com berichtet, waren letzten Freitag in einem Airbus A319, der von Liverpool nach Genf abheben sollte, zu viele Männer an Bord. 135 Männer wollten um 7:05 Uhr in die Schweiz fliegen und nur 19 Frauen. Zudem wurde auch aussergewöhnlich viel Handgepäck mitgeführt. Das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern führte dazu, dass das Startgewicht weit über dem erlaubten Wert lag. Und so musste Easyjet Freiwillige finden, die sich umbuchen liessen. Ihnen wurde 100 Pfund als Entschädigung angeboten.

Das Liverpool Echo berichtete unter Berufung auf Reisende, dass sich erst nicht genug Freiwillige gemeldet hätten. Um die verfahrene Situation zu beenden, hätten Passagiere im vorderen Teil des Airbus A319 dann von sich aus die Prämie auf 200 Pfund erhöht. Das habe geklappt. Die Spender seien aber danach durch die Sitzreihen geschritten und hätten die Mitreisenden angefragt, ob sie sich an der Aktion beteiligten.

Easyjet widerspricht dieser Version. Es seien vier Männer gefunden worden, die freiwillig später geflogen seien, sagte eine Sprecherin der britischen Zeitung «The Independent». Es kommt immer wieder mal vor, dass Flüge zu schwer beladen sind und deshalb nicht abheben können. Meist aber liegt es daran, dass Fluggesellschaften sie überbuchen – schliesslich gibt es auch immer wieder Passagiere, die gar nicht erscheinen. In solchen Situationen fragen die Angestellten am Gate dann jeweils, ob sich Freiwillige melden, die gegen eine Kompensationszahlung einen späteren Flug nehmen. Oder sie lassen Fracht ausladen.

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